Samstag, 22. April 2017

[Samstagstee] mit leerer Fadenrolle

Frühwerkeln mit der Mopstasse
Guten Morgen, ihr Lieben!
Das war eine kurze Woche, dank Feiertag. Gefühlt war sie dennoch genauso voll wie eine "normale" Woche. Trotzdem war ich auch werkelig ziemlich aktiv - am Dienstag habe ich euch gezeigt, dass  nach Monaten des Stickens sehr schnell ein Patchwork aus meiner "She's Whiskey in a Teacup"-Stickerei entstanden ist (und welche politischen Implikationen meine Stoffauswahl mit sich bringt).


Verräter. Leere Fadenrollen kurz vor Schluss sind gemein.

Gestern Abend habe ich dann angefangen zu quilten, bis passierte, was vermutlich alle Werkelnden da draußen kennen und hassen: Die Fadenrolle war leer. Grmpf. Natürlich hatte ich nur eine Rolle pinkes Garn gekauft und muss mir für die heutige Zugfahrt noch schnell ein neues Projekt suchen gehen. Davor schaue ich noch bei Andrea vorbei, wo auf an diesem Wochenende wieder ausgiebig geplaudert wird.

Habt ein zauberhaftes Wochenende!

Dienstag, 18. April 2017

Besternter Whiskey in der Teetasse

Der Whiskey ist nun nicht nur fertig gestickt, sondern auch besternt.
Frau Jule hat sich hier und hier gewünscht, dass wir etwas zu den politischen Dimensionen unserer aktuellen Werkelprojekten erzählen, damit dem Eindruck entgegen gewirkt wird, dass Handarbeiten per se unpolitisch seien. Hier habe ich mich in den Kommentaren schon sehr angenehm ein bisschen darüber unterhalten - heute möchte ich am aktuellen Projekt loslegen.

Meine "She's Whiskey in a Teacup"-Kissenhülle hat mittlerweile eine gestickte Teetasse bekommen. Eigentlich wollte ich applizieren, habe mich dann aber doch dagegen entschieden - gestickt war es schneller und für mich aufgrund größerer Erfahrung auch einfacher.
Außerdem habe ich das geplante Sternenpatchwork in meiner geliebten English Paper Piecing-Technik ergänzt. Ich mag die Wirkung jetzt schon und freue mich darauf, wie die Quiltnähte die verschiedenen Elemente noch stärker verbinden werden.

Was zum Henker ist daran jetzt so politisch, wollt ihr wissen?
In diesem Post würde ich gerne mit einem Aspekt anfangen, der hier im Blog bisher eher bei Kleidung angesprochen wurde: 2nd Hand. Die verwendeten Stoffe sind nämlich ursprünglich allesamt Bettwäsche meiner Großeltern gewesen. Sie sind also mehrere Jahrzehnte alt und werden in Kissenform hoffentlich noch einmal diverse Jahre überleben.
Das ist insofern relevant (und eine politische  Materialentscheidung), weil Baumwollherstellung alles andere als umweltfreundlich ist. Der Wasserverbrauch ist aufgrund von künstlicher Bewässerung immens, es werden unheimliche Mengen an Pestiziden eingesetzt und die Arbeitsbedingungen sind extrem fies, besonders auch für Frauen und Kinder. Beim Überfliegen dieser Informationen zum konventionellen Baumwollanbau ist mir persönlich ganz schön schwummrig geworden - auch wenn ich mir beispielsweise Quellenangaben wünschen würde, um die Infos nachverfolgen zu können. Sie gehen aber insgesamt in Richtung dessen, was ich sonst so zum Thema gelesen habe und bestärken mich daher einmal mehr darin, zunehmend 2nd Hand-Produkte im weitesten Sinne zu verwenden, aus Altem Neues zu machen und Reste aufzubrauchen, wo es eben möglich ist. Denn tatsächlich tue ich es viel zu selten und habe entschieden zu viel konventionellen, neuen Stoff im Haus.
Achtet ihr darauf, nachhaltig produzierte Materialien zu verwenden?

Sobald ich angefangen habe zu quilten, würde ich gerne auch noch ein bisschen über die verwendeten Farben und den Text des Projekts schreiben - und deren (feministische) Implikationen.
Was man diesem Projekt selbst nicht ansehen kann, ist, was ich nebenher so gehört habe. Weil das auch nicht immer unpolitisch ist, möchte ich auch demnächst auch mal vorstellen, welche Podcasts hier laufen, während ich sticke und patchworke.
Vorher schaue ich mit diesem Post noch bei den DienstagsDingen, Handmade on Tuesday und dem creadienstag vorbei und finde heraus, ob sich dort weitere politische Inhalte irgendeiner Art tummeln.

Samstag, 15. April 2017

[Samstagstee] mit Kloster

Heiße Schokolade im Waffel-Café im Kloster Maulbronn - mit einem Lächeln.
Guten Morgen, ihr Lieben!
Na, genießt ihr euer langes Oster-Wochenende? Ich habe gestern direkt damit angefangen. Der Lieblingsmensch ist zu Besuch und wir sind direkt am Samstagmorgen in den Zug nach Pforzheim gesprungen, wo wir einen Tierpark besucht haben. Da haben wir es allerdings nicht lange ausgehalten, weil es uns deutlich zu zooartig war - teilweise sind die Gehege richtig klein und bieten den Tieren recht wenig Ausweichmöglichkeiten.
Der Tag war also noch jung, als wir uns wieder auf den Weg gemacht haben - im Bus zurück beschlossen wir, einen Abstecher nach Maulbronn zu machen. Im dortigen Kloster sollen einer Legende nach die schwäbischen Maultaschen erfunden worden sein - als Möglichkeit, während der Fastenzeit unter dem Nudelteig Fleisch vor Gott zu verstecken. Ich persönlich halte Maultaschen für so ziemlich die großartigste Erfindung in der Geschichte der kulinarischen Erfindungen, daher musste ich ihren Geburtsort natürlich einmal sehen.
Was für eine wunderbare Idee! Das Klostergelände ist wunderschön!



Auf dem ausgedehnten Gelände stehen sehr viele zauberhafte Fachwerkhäuser.
Für hungrige Menschen gibt es selbstverständlich diverse (sehr teure) Möglichkeiten, Maultaschen zu essen. Wir haben darauf verzichtet und stattdessen das (dunkle) Maulbronner Klosterbräu versucht. Sehr, sehr lecker.
Außerdem entdeckten wir in einem Kruschtelladen voller Beton-Gargoyles und kitschiger Postkarten ein Waffel-Café. Der Lieblingsmensch und ich sind stets auf der Suche nach Waffeln, daher hat uns das sehr begeistert. Noch mehr entzückt hat uns, dass die Waffeln mit hausgemachtem Apfelkompott ebenso enorm lecker waren wie die heiße Schokolade, die ich euch eingangs gezeigt habe.

Vor lauter Waffeln und Bier haben wir dann den letztmöglichen Zeitpunkt verpasst, eine Führung durch das Kloster zu machen. Aber das ist okay, denn so haben wir einen guten Grund, eines Tages wieder zurückzukommen.

Was wir heute und den Rest des Wochenendes tun, weiß ich tatsächlich noch gar nicht. Aber ich bin sicher, uns fällt spontan etwas Tolles ein. Während wir überlegen, gucke ich noch bei Andrea vorbei.

Habt noch ein schönes langes Wochenende!

Samstag, 8. April 2017

[Samstagstee] mit der Schönen und dem Biest

Tee und Pfannkuchen - ich liebe Wochenendfrühstücke!
Guten Morgen, ihr Lieben!

Wieder einmal kann ich mich gar nicht richtig zum Plauschen niederlassen, sondern renne sozusagen nur einmal quer durch Andreas metaphorischen Raum und winke allen Plaudernden zu. Ich bin auf dem Sprung zum Bahnhof, um lieben Freunden einen Besuch abzustatten.

Diese Woche habe ich mir mit Kolleginnen "Die Schöne und das Biest" im Kino angeschaut, obwohl ich von Haus aus kein großer Disney-Fan bin. Hauptsächlich wollte ich aber gerne Emma Watson sehen. Leider muss ich sagen, dass der Film mich eher enttäuscht hat. Das liegt zum einen daran, dass wir die deutsche Fassung gesehen haben und gerade bei Gesang die Lippenbewegungen wirklich nicht zum Text passen. Normalerweise stört mich das weniger, hier war es aber ein bisschen krass. Mir persönlich war es auch zu viel CGI - ich mag es nicht, wenn ich erkennen kann, dass die Kulissen minimalst sind. Aber das sind eher Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was mich wirklich gestört hat: die klischeegemäße Darstellung von Geschlechterrollen. Die Grundgeschichte ist da bekanntermaßen sowieso eher hmpf: Aufopferungsvolles Mädchen taut mit ihrer Liebe einen bösartigen, kaltherzigen Typen auf und rettet ihn vor dem Verderben. Damit kann ich noch umgehen, weil "liebevoll" und "aufopferungsbereit" nicht die einzigen Charaktereigenschaften von Belle sind. Ich mag, dass sie ein Bücherwurm ist und ihrem Vater beim Werkeln hilft. Die Szene, in der Belle vom Kleiderschrank ein pinkes "Prinzessinnenkostüm" übergeworfen bekommt und daraus hervorkrabbelt, um das Kostüm anschließend in Streifen gerissen für einen Fluchtversuch zu nutzen, fand ich noch ziemlich großartig. Hier kann das als Ausdruck von Selbstbestimmung gelesen werden. Ganz anders empfinde ich dagegen die Szene im Kampf ums Schloss, in der der Kleiderschrank Männer in Frauenkleider stecken und sie davon so entsetzt und beschämt sind, dass sie die Flucht ergreifen. Haha, Männer in Frauenkleidern, wie peinlich? Muss das sein? Ich finde es wirklich schlimm, dass auch 2017 "weiblich" assoziierte Dinge für Männer als Downgrade gelesen werden.
Habt ihr den Film gesehen? Und hat er euch gefallen?

Zum Zhema Geschlechterzuschreibungen habe ich hier einen Artikel über eine 90-Jährige gefunden, die beinahe ihr Leben lang vor der Welt verborgen hat, dass sie trans ist - und die jetzt ihr Frausein in vollen Zügen genießen kann. Ich freue mich riesig. Für sie im Speziellen und insgesamt, dass unsere Welt heute so viel freier und offener sein kann als vor einigen Jahrzehnten noch. Ich möchte, dass das so bleibt und dass es damit weitergeht, weil noch längst nicht "alles gut" ist (wie ich ja leider im Kino wieder festgestellt habe).

Passend dazu hat Frau Jule Mitte der Woche dazu aufgerufen, mehr Politik in Handarbeitsblogs zu thematisieren. Der April wird hier daher politischer sein. Weil es mich nervt, dass Handarbeiten so oft mit "Rückzug ins biedermeierliche Private, also Unpolitische" gleichgesetzt wird. Weil Politik nicht im luftleeren Raum stattfindet und nicht vor dem "Privaten" anhält. Weil man laut Paul Watzlawik nicht nicht kommunizieren kann und deshalb auch Schweigen ein Statement ist.
Ich bin gespannt, was bis zum Ende des Monats bei Jule zusammenkommt - und wen ich alles dort lesen werde.

Jetzt muss ich tatsächlich flitzen. Habt alle ein wunderschönes Wochenende!

Donnerstag, 6. April 2017

Besuch im Keltenmuseum

Beim Samstagstee zum 4. März habe ich erzählt, dass ich das Keltenmuseum in Hochdorf bei Stuttgart besuchen würde. Über diesen Besuch auch wirklich zu schreiben, hat nun deutlich länger gedauert. Ich hoffe, ihr habt trotzdem noch Lust, mich auf meinem Rückblick zu begleiten.

Grundlage und Ausgangspunkt des Museums ist ein Begräbnis, das vor etwa 2500 Jahren stattgefunden hat: Der sogenannte "Keltenfürst von Hochdorf" wurde prunkvoll bestattet und über ihm ein weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet.

Foto: Mussklprozz aus der deutschsprachigen Wikipedia, GFDL oder CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Dieser Grabhügel wird durch den Bogen dargestellt, der sich - in originalgetreuer Höhe - vor dem Museum spannt. Im Haus wird dieses Konzept weitergeführt, indem Besuchende im Erdgeschoss durchs Fenster den Bogen und durch eine Bodenplatte in die nachgestellte Grabkammer blicken können. An den Wänden sind zusätzlich die verschiedenen Bodenschichten abgebildet, so dass man quasi im Grabhügel steht und dessen räumlichen Aufbau direkt wahrnehmen kann.

Ähnlich anschaulich ist auch die nachgebildete Grabkammer, die viel größer ist, als sie auf diesem Bild wirkt. Wie viele verschiedene Textilien und Felle für die Ausstattung verwendet wurden! Wikipedia bietet hier einen Überblick über die Einrichtung, die originalen Möbelstücke stehen im Landesmuseum in Stuttgart.

Foto: jnn95 (Eigenes Werk), GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Leider kommt die Anschaulichkeit für meinen Geschmack darüber hinaus ein bisschen zu kurz: im Außenbereich stehen verschiedene nachgebaute Hütten unterschiedlicher Funktion, die einen Eindruck von keltischen Siedlungen der Umgebung ermöglichen. Im Hauptgebäude finden sich noch ein Dachsfell und ein Stück Brettchenborte zum Anfassen und einige wenige Installationen, wo bunte Lämpchen auf Knopfdruck bestimmte Orte anzeigen.

Darüber hinaus muss man sich die Informationen lesenderweise aneignen, da es auch keinen Audio Guide gibt. Das macht das Museum zum einen für Kinder und ungeduldige Erwachsene eher langweilig und zum anderen – angestoßen durch Frau Jules Museumsbetrachtungen – auch nicht barrierefrei. (Immerhin: rollstuhltauglich ist das Gebäude wohl, die einzige Treppe im Gebäude kann umgangen werden.)

Trotzdem: Wer lesen kann und möchte, findet Spannendes auf den großen Texttafeln vor. Die Informationen beziehen sich dabei nicht nur auf den Grabhügel und seinen Inhalt, sondern sehr umfassend über verschiedene Aspekte des keltischen Lebens – beispielsweise Architektur, Gesellschaftsordnung oder Kleidung. Längere Haupttexte ordnen die Exponate und Abbildungen ein, die kurzen Detailtexte sind oft anekdotischer Natur.

Weil auch ich selbst im Verlauf eines Museumsbesuchs immer lesefauler werde, hab ich mich schließlich besonders auf diese kurzen Texte konzentriert. Besonders großartig fand ich einen Absatz über das Bier, das die Kelten vor Ort brauten – angesichts der gefundenen Pflanzenrückstände wurde sogar erläutert, wie es geschmeckt haben könnte. Und dass jemand beim Aufnähen der goldenen Beschläge auf die Stiefel des Keltenfürsten die Schuhe vertauscht hat, hat mich sehr amüsiert.

Foto: Rosemania, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons


Ein weiterer Aspekt hat mich persönlich sehr angesprochen: Beim Thema Schmuck wurden verschiedene Frauensilhouetten abgebildet, an denen verzeichnet war, wo der in Vitrinen gezeigte Schmuck hingehört. Die Damen hatten sehr unterschiedliche Körperformen. Hurra, Vielfalt!

Sehr vielfältig ist auch der Museums-Shop ausgestattet. Normalerweise ist das in einem Museum eher nicht der Ort, mit dem ich mich ausführlicher befasse. Aber in diesem Falle werden so viele schöne und hochwertige Nachbildungen keltischen Schmucks angeboten, dass ich mir längere Zeit bewundernd die Nase platt drückte.

Tatsächlich durfte auch ein Souvenir mit nach Hause: In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, wurde vor geraumer Zeit ein Drachenanhänger gefunden, der vermutlich mit einem keltischen Krieger von England hierher gekommen sein dürfte. Eine schlichtere Nachbildung dieses kleinen Drachens hängt nun häufig an meinem Hals und erinnert mich an ein Museum, das zwar (in meinen Augen) durchaus Verbesserungspotenzial aufweist, aber dennoch einen Besuch wert ist.

Dieser kleine Drache ist eine Nachbildung eines Anhängers, der in dem Ort gefunden wurde, in dem ich aufgewachsen bin.
Was ich leider gar nicht empfehlen kann, ist der Keltenweg, der sich vom Museum ausgehend in beiden Richtungen wahlweise bis Zuffenhausen oder in der Gegenrichtung bis Asperg zieht. Ich hätte es wirklich schön gefunden, nach der ganzen Leserei im Museum noch durch die Gegend zu wandern und dabei häppchenweise weitere Informationen zu keltischen Siedlungen zu bekommen.

Bedauerlicherweise ist dieser Weg jedoch so miserabel ausgeschildert, dass wir uns an jeder Abzweigung unsicher waren und sehr schnell von unserer geplanten Route abgewichen und einfach irgendwie zum Ditzinger Bahnhof marschiert sind. Immerhin: Die Gegend ist auch abseits des Keltenwegs schön. Beispielsweise in Hemmingen, wo einem dieses entzückende Schlösschen (heute das Rathaus) begegnet:

Das Hemminger Rathaus liegt auf dem Weg vom Hochdorfer Keltenmuseum zum Ditzinger Bahnhof.
Wer ungern wandert, kann ganz beruhigt sein: Am Museum gibt es Parkplätze für Busse und PKW und je nach Anfahrtrichtung und Wochentag sind die beiden in Frage kommenden Bushaltestellen (Hochdorf, Keltenmuseum oder Hochdorf, Rathaus) entweder direkt vor der Museumstür oder in fünf Minuten Entfernung zu finden.

Und für diejenigen, die nach einem Museumsbesuch eher etwas zu essen brauchen, ist auch gesorgt, denn direkt gegenüber des Eingangs ist eine Bäckerei zu finden, die auch sonntags bis 17 Uhr geöffnet hat und ein ziemlich breites Angebot hat.

Besucht ihr gerne Museen? Und wenn ja, welche gefallen euch besonders gut?

Montag, 3. April 2017

[3 of a kind] I imagined my life would be like when I was a child

Sas fragt in der Aprilausgabe ihrer 3-Dinge-Sammlung, wie wir uns unser Leben vorgestellt haben, als wir Kinder waren.

Ich war mir als Kind ziemlich sicher, dass ich mit Mitte/Ende zwanzig bereits eigene Kinder haben würde. Tatsache ist, dass ich bislang noch nicht einmal eine eigene Katze gehabt habe. Den Teil mit den Kindern finde ich sehr okay so, den Teil mit der Katze würde ich gerne bei Gelegenheit ändern. (Die WG-Katze vermisse ich nämlich drei Jahre nach meinem Auszug immer noch.)
Was ich anstelle von Kindern und Katzen habe, ist eine erstaunliche Menge Topfpflanzen. Diese Begeisterung konnte ich bei meiner Mutter, wo alle Fensterbretter mit Grünzeug gefüllt sind, als Kind gar nicht nachvollziehen.

Das ist Paula, ehemalige WG-Mitbewohnerin. Sie mochte es gar nicht, wenn man sie beim Schlafen störte. 
Die Welt würde ganz anders aussehen, dachte ich. Mit fliegenden Autos, mindestens. Und Kleidern, die nichts mehr mit den T-Shirts, Hosen und Kniestrümpfen gemein haben würden, die ich kannte. Nunja. Meinen Kleiderschrankinhalt finde ich immer noch ganz schön herkömmlich. Aber immerhin wird eifrig an selbstfahrenden Autos und alternativen Motoren gearbeitet - und Dinge wie das Internet und Smartphones sind heute ganz alltäglich.

Weil ich ein Bücherwurm war, der seine Freizeit am liebsten in Büchereien und lesenderweise verbrachte, wollte ich Autorin werden und mir den ganzen Tag spannende Geschichten über Freunde ausdenken, die gemeinsam Abenteuer (vermutlich voller fliegender Autos) erleben. Meine erste Geschichte war eine Fanfiction zu Astrid Lindgrens "Wir Kinder aus Bullerbü". Die habe ich in der ersten oder zweiten Klasse geschrieben. Zumindest in diesem Punkt lag ich gar nicht so falsch - heute verdiene ich mein Geld wirklich schreibenderweise, allerdings nicht mit Romanen.

Sonntag, 2. April 2017

[7 Sachen] mit kleinem Drachen

Nach einer Idee von Frau Liebe zeige ich zum ersten Mal seit Februar wieder einmal sieben Sachen, die ich heute mit meinen Händen gemacht habe.

Astrid Lindgrens Kriegstagebücher fertig gelesen und viele Zettel an besonders guten Stellen reingeklebt.
Eine Kanne Schwarztee gekocht. Den Tee habe ich als Souvenir von meinem letzten Urlaub in Stockholm mitgebracht.

Aufgekratzt vom Schwarztee angefangen aufzuräumen, entsprechende Punkte auf der Liste abgehakt...

... und unter anderem meine Topfpflanzen an ihren Sommerplatz vor den Ofen gestellt.
Mich im Anschluss an meine Haushaltsaktivitäten mit Tassenkuchen belohnt. Das Rezept gibt es *hier*.
Meine momentane Lieblingskette fotografiert, um meinen versprochenen Post zum Keltenmuseum zu vervollständigen.

Aus Baumwollgarn-Resten ein paar waschbare Abschminkpads gehäkelt. Mal sehen, wie die sich bewähren.
Um meine akute Werkelflaute zu durchbrechen, brauchte ich heute ein winziges Projekt, das schnell beendet und nützlich wäre. Zum Glück habe ich noch Baumwollgarn-Reste in fragwürdigen Farben in meinem Wollvorrat gefunden, die hiermit auch aufgebraucht sind. Wenn sich diese Exemplare bewähren, werden weitere folgen - und meinen persönlichen Müllberg ein klein wenig verkleinern.

Was sind eure liebsten nützlichen Werkeleien?

Samstag, 1. April 2017

[Samstagstee] mit ganz vielen Büchern

Lesen und Tee trinken im Bett - ein fantastischer Start ins Wochenende
Guten Morgen, ihr Lieben!
Mit Buch und Tasse lasse ich mich bei Andrea zum Samstagsplausch nieder. Diese Woche ist der März zuende gegangen und angesichts meines Monatsrückblicks habe ich festgestellt, dass Werkelflaute herrscht, aber nichts dagegen unternommen. Stattdessen habe ich mich mit den Büchern eingekugelt, die ich letzten Samstag gekauft habe. Hier hab ich in den Kommentaren ein bisschen erzählt, dass die Schnäppchenjagd nicht funktioniert hat, ich aber dafür umso schönere Funde gemacht habe. 

Meine Beute: Süße Katzen, starke Frauen, tolle Illustrationen.
Dass ich Astrid Lindgrens Kriegstagebücher gekauft habe, verdanke ich Frau Jule. In ihrem Blog schreibt sie immer wieder über diese Schriftstellerin und als ich im Untergeschoss der Buchhandlung vor dem Biographienregal stand und Astrid Lindgrens Gesicht sah, musste ich direkt nachschauen, ob Jule eines der vorrätigen Bücher empfohlen hätte. Hatte sie, hier. Also durften die Kriegstagebücher mit und ich bin sehr begeistert. Woran das liegt, erzähle ich euch ausführlicher, wenn ich es durchgelesen habe.

Allerdings habe ich nicht nur Bücher gelesen, sondern unter anderem auch diesen Artikel in The Guardian zu feministischer Science Fiction. Was das sein soll und warum vielleicht gerade dieses Genre fruchtbar für Feminismus sein kann?
Feminist – or let’s say gender-questioning – science fiction asks insistently, through careful construction of different societies, how much of what we think now, today, in generic western culture about men and women is innate in the human species and how much is just invented. And if we’ve invented it then could we, for better or worse, invent it differently?
Zur Illustration dieser These werden verschiedene Titel vorgestellt, unter anderem Margaret Atwoods Dystopie The Handmaid's Tale. Darin wird mit Verweis auf islamistischen Terror geputscht und Frauenrechte Stück für Stück beschnitten - um den "Fortbestand der Nation zu sichern". So zusammengefasst klingt das viel zu aktuell und viel zu nah für mich - und als würde mich dieses Buch sehr traurig und wütend zurücklassen. Auf meiner Leseliste steht es nun trotzdem.


Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Artikel dank der Facebook-Seite der wunderprächtigen Berliner Buchhandlung Otherland für Science Fiction, Fantasy und Horror. Wenn ihr dort mal in der Nähe seid und euch wenigstens rudimentär für diese Genres interessiert: ein Besuch lohnt sich, der Laden und auch seine Veranstaltungen sind klasse. 

Wo ich geistig schon in der großen Stadt war, habe ich gestern Abend auch noch ein Interview mit der liebsten und hier erwähnten Unterwäsche-Designerin Sabrina Dortmund von Tight Laced gelesen, in dem sie unter anderem erzählt, wie sie sich bemüht, in ihrer Arbeit Feminismus und Body Diversity umzusetzen.

Jetzt werde ich mich erst einmal wieder mit einem meiner neuen Bücher einkugeln und mehr über Weltkriegsjahre in Schweden erfahren. Falls der Himmel später wieder aufklart, mache ich vielleicht noch einen langen Spaziergang.

Habt ein schönes Wochenende!