Samstag, 22. April 2017

[Samstagstee] mit leerer Fadenrolle

Frühwerkeln mit der Mopstasse
Guten Morgen, ihr Lieben!
Das war eine kurze Woche, dank Feiertag. Gefühlt war sie dennoch genauso voll wie eine "normale" Woche. Trotzdem war ich auch werkelig ziemlich aktiv - am Dienstag habe ich euch gezeigt, dass  nach Monaten des Stickens sehr schnell ein Patchwork aus meiner "She's Whiskey in a Teacup"-Stickerei entstanden ist (und welche politischen Implikationen meine Stoffauswahl mit sich bringt).


Verräter. Leere Fadenrollen kurz vor Schluss sind gemein.

Gestern Abend habe ich dann angefangen zu quilten, bis passierte, was vermutlich alle Werkelnden da draußen kennen und hassen: Die Fadenrolle war leer. Grmpf. Natürlich hatte ich nur eine Rolle pinkes Garn gekauft und muss mir für die heutige Zugfahrt noch schnell ein neues Projekt suchen gehen. Davor schaue ich noch bei Andrea vorbei, wo auf an diesem Wochenende wieder ausgiebig geplaudert wird.

Habt ein zauberhaftes Wochenende!

Dienstag, 18. April 2017

Besternter Whiskey in der Teetasse

Der Whiskey ist nun nicht nur fertig gestickt, sondern auch besternt.
Frau Jule hat sich hier und hier gewünscht, dass wir etwas zu den politischen Dimensionen unserer aktuellen Werkelprojekten erzählen, damit dem Eindruck entgegen gewirkt wird, dass Handarbeiten per se unpolitisch seien. Hier habe ich mich in den Kommentaren schon sehr angenehm ein bisschen darüber unterhalten - heute möchte ich am aktuellen Projekt loslegen.

Meine "She's Whiskey in a Teacup"-Kissenhülle hat mittlerweile eine gestickte Teetasse bekommen. Eigentlich wollte ich applizieren, habe mich dann aber doch dagegen entschieden - gestickt war es schneller und für mich aufgrund größerer Erfahrung auch einfacher.
Außerdem habe ich das geplante Sternenpatchwork in meiner geliebten English Paper Piecing-Technik ergänzt. Ich mag die Wirkung jetzt schon und freue mich darauf, wie die Quiltnähte die verschiedenen Elemente noch stärker verbinden werden.

Was zum Henker ist daran jetzt so politisch, wollt ihr wissen?
In diesem Post würde ich gerne mit einem Aspekt anfangen, der hier im Blog bisher eher bei Kleidung angesprochen wurde: 2nd Hand. Die verwendeten Stoffe sind nämlich ursprünglich allesamt Bettwäsche meiner Großeltern gewesen. Sie sind also mehrere Jahrzehnte alt und werden in Kissenform hoffentlich noch einmal diverse Jahre überleben.
Das ist insofern relevant (und eine politische  Materialentscheidung), weil Baumwollherstellung alles andere als umweltfreundlich ist. Der Wasserverbrauch ist aufgrund von künstlicher Bewässerung immens, es werden unheimliche Mengen an Pestiziden eingesetzt und die Arbeitsbedingungen sind extrem fies, besonders auch für Frauen und Kinder. Beim Überfliegen dieser Informationen zum konventionellen Baumwollanbau ist mir persönlich ganz schön schwummrig geworden - auch wenn ich mir beispielsweise Quellenangaben wünschen würde, um die Infos nachverfolgen zu können. Sie gehen aber insgesamt in Richtung dessen, was ich sonst so zum Thema gelesen habe und bestärken mich daher einmal mehr darin, zunehmend 2nd Hand-Produkte im weitesten Sinne zu verwenden, aus Altem Neues zu machen und Reste aufzubrauchen, wo es eben möglich ist. Denn tatsächlich tue ich es viel zu selten und habe entschieden zu viel konventionellen, neuen Stoff im Haus.
Achtet ihr darauf, nachhaltig produzierte Materialien zu verwenden?

Sobald ich angefangen habe zu quilten, würde ich gerne auch noch ein bisschen über die verwendeten Farben und den Text des Projekts schreiben - und deren (feministische) Implikationen.
Was man diesem Projekt selbst nicht ansehen kann, ist, was ich nebenher so gehört habe. Weil das auch nicht immer unpolitisch ist, möchte ich auch demnächst auch mal vorstellen, welche Podcasts hier laufen, während ich sticke und patchworke.
Vorher schaue ich mit diesem Post noch bei den DienstagsDingen, Handmade on Tuesday und dem creadienstag vorbei und finde heraus, ob sich dort weitere politische Inhalte irgendeiner Art tummeln.

Samstag, 15. April 2017

[Samstagstee] mit Kloster

Heiße Schokolade im Waffel-Café im Kloster Maulbronn - mit einem Lächeln.
Guten Morgen, ihr Lieben!
Na, genießt ihr euer langes Oster-Wochenende? Ich habe gestern direkt damit angefangen. Der Lieblingsmensch ist zu Besuch und wir sind direkt am Samstagmorgen in den Zug nach Pforzheim gesprungen, wo wir einen Tierpark besucht haben. Da haben wir es allerdings nicht lange ausgehalten, weil es uns deutlich zu zooartig war - teilweise sind die Gehege richtig klein und bieten den Tieren recht wenig Ausweichmöglichkeiten.
Der Tag war also noch jung, als wir uns wieder auf den Weg gemacht haben - im Bus zurück beschlossen wir, einen Abstecher nach Maulbronn zu machen. Im dortigen Kloster sollen einer Legende nach die schwäbischen Maultaschen erfunden worden sein - als Möglichkeit, während der Fastenzeit unter dem Nudelteig Fleisch vor Gott zu verstecken. Ich persönlich halte Maultaschen für so ziemlich die großartigste Erfindung in der Geschichte der kulinarischen Erfindungen, daher musste ich ihren Geburtsort natürlich einmal sehen.
Was für eine wunderbare Idee! Das Klostergelände ist wunderschön!



Auf dem ausgedehnten Gelände stehen sehr viele zauberhafte Fachwerkhäuser.
Für hungrige Menschen gibt es selbstverständlich diverse (sehr teure) Möglichkeiten, Maultaschen zu essen. Wir haben darauf verzichtet und stattdessen das (dunkle) Maulbronner Klosterbräu versucht. Sehr, sehr lecker.
Außerdem entdeckten wir in einem Kruschtelladen voller Beton-Gargoyles und kitschiger Postkarten ein Waffel-Café. Der Lieblingsmensch und ich sind stets auf der Suche nach Waffeln, daher hat uns das sehr begeistert. Noch mehr entzückt hat uns, dass die Waffeln mit hausgemachtem Apfelkompott ebenso enorm lecker waren wie die heiße Schokolade, die ich euch eingangs gezeigt habe.

Vor lauter Waffeln und Bier haben wir dann den letztmöglichen Zeitpunkt verpasst, eine Führung durch das Kloster zu machen. Aber das ist okay, denn so haben wir einen guten Grund, eines Tages wieder zurückzukommen.

Was wir heute und den Rest des Wochenendes tun, weiß ich tatsächlich noch gar nicht. Aber ich bin sicher, uns fällt spontan etwas Tolles ein. Während wir überlegen, gucke ich noch bei Andrea vorbei.

Habt noch ein schönes langes Wochenende!

Samstag, 8. April 2017

[Samstagstee] mit der Schönen und dem Biest

Tee und Pfannkuchen - ich liebe Wochenendfrühstücke!
Guten Morgen, ihr Lieben!

Wieder einmal kann ich mich gar nicht richtig zum Plauschen niederlassen, sondern renne sozusagen nur einmal quer durch Andreas metaphorischen Raum und winke allen Plaudernden zu. Ich bin auf dem Sprung zum Bahnhof, um lieben Freunden einen Besuch abzustatten.

Diese Woche habe ich mir mit Kolleginnen "Die Schöne und das Biest" im Kino angeschaut, obwohl ich von Haus aus kein großer Disney-Fan bin. Hauptsächlich wollte ich aber gerne Emma Watson sehen. Leider muss ich sagen, dass der Film mich eher enttäuscht hat. Das liegt zum einen daran, dass wir die deutsche Fassung gesehen haben und gerade bei Gesang die Lippenbewegungen wirklich nicht zum Text passen. Normalerweise stört mich das weniger, hier war es aber ein bisschen krass. Mir persönlich war es auch zu viel CGI - ich mag es nicht, wenn ich erkennen kann, dass die Kulissen minimalst sind. Aber das sind eher Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was mich wirklich gestört hat: die klischeegemäße Darstellung von Geschlechterrollen. Die Grundgeschichte ist da bekanntermaßen sowieso eher hmpf: Aufopferungsvolles Mädchen taut mit ihrer Liebe einen bösartigen, kaltherzigen Typen auf und rettet ihn vor dem Verderben. Damit kann ich noch umgehen, weil "liebevoll" und "aufopferungsbereit" nicht die einzigen Charaktereigenschaften von Belle sind. Ich mag, dass sie ein Bücherwurm ist und ihrem Vater beim Werkeln hilft. Die Szene, in der Belle vom Kleiderschrank ein pinkes "Prinzessinnenkostüm" übergeworfen bekommt und daraus hervorkrabbelt, um das Kostüm anschließend in Streifen gerissen für einen Fluchtversuch zu nutzen, fand ich noch ziemlich großartig. Hier kann das als Ausdruck von Selbstbestimmung gelesen werden. Ganz anders empfinde ich dagegen die Szene im Kampf ums Schloss, in der der Kleiderschrank Männer in Frauenkleider stecken und sie davon so entsetzt und beschämt sind, dass sie die Flucht ergreifen. Haha, Männer in Frauenkleidern, wie peinlich? Muss das sein? Ich finde es wirklich schlimm, dass auch 2017 "weiblich" assoziierte Dinge für Männer als Downgrade gelesen werden.
Habt ihr den Film gesehen? Und hat er euch gefallen?

Zum Zhema Geschlechterzuschreibungen habe ich hier einen Artikel über eine 90-Jährige gefunden, die beinahe ihr Leben lang vor der Welt verborgen hat, dass sie trans ist - und die jetzt ihr Frausein in vollen Zügen genießen kann. Ich freue mich riesig. Für sie im Speziellen und insgesamt, dass unsere Welt heute so viel freier und offener sein kann als vor einigen Jahrzehnten noch. Ich möchte, dass das so bleibt und dass es damit weitergeht, weil noch längst nicht "alles gut" ist (wie ich ja leider im Kino wieder festgestellt habe).

Passend dazu hat Frau Jule Mitte der Woche dazu aufgerufen, mehr Politik in Handarbeitsblogs zu thematisieren. Der April wird hier daher politischer sein. Weil es mich nervt, dass Handarbeiten so oft mit "Rückzug ins biedermeierliche Private, also Unpolitische" gleichgesetzt wird. Weil Politik nicht im luftleeren Raum stattfindet und nicht vor dem "Privaten" anhält. Weil man laut Paul Watzlawik nicht nicht kommunizieren kann und deshalb auch Schweigen ein Statement ist.
Ich bin gespannt, was bis zum Ende des Monats bei Jule zusammenkommt - und wen ich alles dort lesen werde.

Jetzt muss ich tatsächlich flitzen. Habt alle ein wunderschönes Wochenende!

Donnerstag, 6. April 2017

Besuch im Keltenmuseum

Beim Samstagstee zum 4. März habe ich erzählt, dass ich das Keltenmuseum in Hochdorf bei Stuttgart besuchen würde. Über diesen Besuch auch wirklich zu schreiben, hat nun deutlich länger gedauert. Ich hoffe, ihr habt trotzdem noch Lust, mich auf meinem Rückblick zu begleiten.

Grundlage und Ausgangspunkt des Museums ist ein Begräbnis, das vor etwa 2500 Jahren stattgefunden hat: Der sogenannte "Keltenfürst von Hochdorf" wurde prunkvoll bestattet und über ihm ein weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet.

Foto: Mussklprozz aus der deutschsprachigen Wikipedia, GFDL oder CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Dieser Grabhügel wird durch den Bogen dargestellt, der sich - in originalgetreuer Höhe - vor dem Museum spannt. Im Haus wird dieses Konzept weitergeführt, indem Besuchende im Erdgeschoss durchs Fenster den Bogen und durch eine Bodenplatte in die nachgestellte Grabkammer blicken können. An den Wänden sind zusätzlich die verschiedenen Bodenschichten abgebildet, so dass man quasi im Grabhügel steht und dessen räumlichen Aufbau direkt wahrnehmen kann.

Ähnlich anschaulich ist auch die nachgebildete Grabkammer, die viel größer ist, als sie auf diesem Bild wirkt. Wie viele verschiedene Textilien und Felle für die Ausstattung verwendet wurden! Wikipedia bietet hier einen Überblick über die Einrichtung, die originalen Möbelstücke stehen im Landesmuseum in Stuttgart.

Foto: jnn95 (Eigenes Werk), GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Leider kommt die Anschaulichkeit für meinen Geschmack darüber hinaus ein bisschen zu kurz: im Außenbereich stehen verschiedene nachgebaute Hütten unterschiedlicher Funktion, die einen Eindruck von keltischen Siedlungen der Umgebung ermöglichen. Im Hauptgebäude finden sich noch ein Dachsfell und ein Stück Brettchenborte zum Anfassen und einige wenige Installationen, wo bunte Lämpchen auf Knopfdruck bestimmte Orte anzeigen.

Darüber hinaus muss man sich die Informationen lesenderweise aneignen, da es auch keinen Audio Guide gibt. Das macht das Museum zum einen für Kinder und ungeduldige Erwachsene eher langweilig und zum anderen – angestoßen durch Frau Jules Museumsbetrachtungen – auch nicht barrierefrei. (Immerhin: rollstuhltauglich ist das Gebäude wohl, die einzige Treppe im Gebäude kann umgangen werden.)

Trotzdem: Wer lesen kann und möchte, findet Spannendes auf den großen Texttafeln vor. Die Informationen beziehen sich dabei nicht nur auf den Grabhügel und seinen Inhalt, sondern sehr umfassend über verschiedene Aspekte des keltischen Lebens – beispielsweise Architektur, Gesellschaftsordnung oder Kleidung. Längere Haupttexte ordnen die Exponate und Abbildungen ein, die kurzen Detailtexte sind oft anekdotischer Natur.

Weil auch ich selbst im Verlauf eines Museumsbesuchs immer lesefauler werde, hab ich mich schließlich besonders auf diese kurzen Texte konzentriert. Besonders großartig fand ich einen Absatz über das Bier, das die Kelten vor Ort brauten – angesichts der gefundenen Pflanzenrückstände wurde sogar erläutert, wie es geschmeckt haben könnte. Und dass jemand beim Aufnähen der goldenen Beschläge auf die Stiefel des Keltenfürsten die Schuhe vertauscht hat, hat mich sehr amüsiert.

Foto: Rosemania, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons


Ein weiterer Aspekt hat mich persönlich sehr angesprochen: Beim Thema Schmuck wurden verschiedene Frauensilhouetten abgebildet, an denen verzeichnet war, wo der in Vitrinen gezeigte Schmuck hingehört. Die Damen hatten sehr unterschiedliche Körperformen. Hurra, Vielfalt!

Sehr vielfältig ist auch der Museums-Shop ausgestattet. Normalerweise ist das in einem Museum eher nicht der Ort, mit dem ich mich ausführlicher befasse. Aber in diesem Falle werden so viele schöne und hochwertige Nachbildungen keltischen Schmucks angeboten, dass ich mir längere Zeit bewundernd die Nase platt drückte.

Tatsächlich durfte auch ein Souvenir mit nach Hause: In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, wurde vor geraumer Zeit ein Drachenanhänger gefunden, der vermutlich mit einem keltischen Krieger von England hierher gekommen sein dürfte. Eine schlichtere Nachbildung dieses kleinen Drachens hängt nun häufig an meinem Hals und erinnert mich an ein Museum, das zwar (in meinen Augen) durchaus Verbesserungspotenzial aufweist, aber dennoch einen Besuch wert ist.

Dieser kleine Drache ist eine Nachbildung eines Anhängers, der in dem Ort gefunden wurde, in dem ich aufgewachsen bin.
Was ich leider gar nicht empfehlen kann, ist der Keltenweg, der sich vom Museum ausgehend in beiden Richtungen wahlweise bis Zuffenhausen oder in der Gegenrichtung bis Asperg zieht. Ich hätte es wirklich schön gefunden, nach der ganzen Leserei im Museum noch durch die Gegend zu wandern und dabei häppchenweise weitere Informationen zu keltischen Siedlungen zu bekommen.

Bedauerlicherweise ist dieser Weg jedoch so miserabel ausgeschildert, dass wir uns an jeder Abzweigung unsicher waren und sehr schnell von unserer geplanten Route abgewichen und einfach irgendwie zum Ditzinger Bahnhof marschiert sind. Immerhin: Die Gegend ist auch abseits des Keltenwegs schön. Beispielsweise in Hemmingen, wo einem dieses entzückende Schlösschen (heute das Rathaus) begegnet:

Das Hemminger Rathaus liegt auf dem Weg vom Hochdorfer Keltenmuseum zum Ditzinger Bahnhof.
Wer ungern wandert, kann ganz beruhigt sein: Am Museum gibt es Parkplätze für Busse und PKW und je nach Anfahrtrichtung und Wochentag sind die beiden in Frage kommenden Bushaltestellen (Hochdorf, Keltenmuseum oder Hochdorf, Rathaus) entweder direkt vor der Museumstür oder in fünf Minuten Entfernung zu finden.

Und für diejenigen, die nach einem Museumsbesuch eher etwas zu essen brauchen, ist auch gesorgt, denn direkt gegenüber des Eingangs ist eine Bäckerei zu finden, die auch sonntags bis 17 Uhr geöffnet hat und ein ziemlich breites Angebot hat.

Besucht ihr gerne Museen? Und wenn ja, welche gefallen euch besonders gut?

Montag, 3. April 2017

[3 of a kind] I imagined my life would be like when I was a child

Sas fragt in der Aprilausgabe ihrer 3-Dinge-Sammlung, wie wir uns unser Leben vorgestellt haben, als wir Kinder waren.

Ich war mir als Kind ziemlich sicher, dass ich mit Mitte/Ende zwanzig bereits eigene Kinder haben würde. Tatsache ist, dass ich bislang noch nicht einmal eine eigene Katze gehabt habe. Den Teil mit den Kindern finde ich sehr okay so, den Teil mit der Katze würde ich gerne bei Gelegenheit ändern. (Die WG-Katze vermisse ich nämlich drei Jahre nach meinem Auszug immer noch.)
Was ich anstelle von Kindern und Katzen habe, ist eine erstaunliche Menge Topfpflanzen. Diese Begeisterung konnte ich bei meiner Mutter, wo alle Fensterbretter mit Grünzeug gefüllt sind, als Kind gar nicht nachvollziehen.

Das ist Paula, ehemalige WG-Mitbewohnerin. Sie mochte es gar nicht, wenn man sie beim Schlafen störte. 
Die Welt würde ganz anders aussehen, dachte ich. Mit fliegenden Autos, mindestens. Und Kleidern, die nichts mehr mit den T-Shirts, Hosen und Kniestrümpfen gemein haben würden, die ich kannte. Nunja. Meinen Kleiderschrankinhalt finde ich immer noch ganz schön herkömmlich. Aber immerhin wird eifrig an selbstfahrenden Autos und alternativen Motoren gearbeitet - und Dinge wie das Internet und Smartphones sind heute ganz alltäglich.

Weil ich ein Bücherwurm war, der seine Freizeit am liebsten in Büchereien und lesenderweise verbrachte, wollte ich Autorin werden und mir den ganzen Tag spannende Geschichten über Freunde ausdenken, die gemeinsam Abenteuer (vermutlich voller fliegender Autos) erleben. Meine erste Geschichte war eine Fanfiction zu Astrid Lindgrens "Wir Kinder aus Bullerbü". Die habe ich in der ersten oder zweiten Klasse geschrieben. Zumindest in diesem Punkt lag ich gar nicht so falsch - heute verdiene ich mein Geld wirklich schreibenderweise, allerdings nicht mit Romanen.

Sonntag, 2. April 2017

[7 Sachen] mit kleinem Drachen

Nach einer Idee von Frau Liebe zeige ich zum ersten Mal seit Februar wieder einmal sieben Sachen, die ich heute mit meinen Händen gemacht habe.

Astrid Lindgrens Kriegstagebücher fertig gelesen und viele Zettel an besonders guten Stellen reingeklebt.
Eine Kanne Schwarztee gekocht. Den Tee habe ich als Souvenir von meinem letzten Urlaub in Stockholm mitgebracht.

Aufgekratzt vom Schwarztee angefangen aufzuräumen, entsprechende Punkte auf der Liste abgehakt...

... und unter anderem meine Topfpflanzen an ihren Sommerplatz vor den Ofen gestellt.
Mich im Anschluss an meine Haushaltsaktivitäten mit Tassenkuchen belohnt. Das Rezept gibt es *hier*.
Meine momentane Lieblingskette fotografiert, um meinen versprochenen Post zum Keltenmuseum zu vervollständigen.

Aus Baumwollgarn-Resten ein paar waschbare Abschminkpads gehäkelt. Mal sehen, wie die sich bewähren.
Um meine akute Werkelflaute zu durchbrechen, brauchte ich heute ein winziges Projekt, das schnell beendet und nützlich wäre. Zum Glück habe ich noch Baumwollgarn-Reste in fragwürdigen Farben in meinem Wollvorrat gefunden, die hiermit auch aufgebraucht sind. Wenn sich diese Exemplare bewähren, werden weitere folgen - und meinen persönlichen Müllberg ein klein wenig verkleinern.

Was sind eure liebsten nützlichen Werkeleien?

Samstag, 1. April 2017

[Samstagstee] mit ganz vielen Büchern

Lesen und Tee trinken im Bett - ein fantastischer Start ins Wochenende
Guten Morgen, ihr Lieben!
Mit Buch und Tasse lasse ich mich bei Andrea zum Samstagsplausch nieder. Diese Woche ist der März zuende gegangen und angesichts meines Monatsrückblicks habe ich festgestellt, dass Werkelflaute herrscht, aber nichts dagegen unternommen. Stattdessen habe ich mich mit den Büchern eingekugelt, die ich letzten Samstag gekauft habe. Hier hab ich in den Kommentaren ein bisschen erzählt, dass die Schnäppchenjagd nicht funktioniert hat, ich aber dafür umso schönere Funde gemacht habe. 

Meine Beute: Süße Katzen, starke Frauen, tolle Illustrationen.
Dass ich Astrid Lindgrens Kriegstagebücher gekauft habe, verdanke ich Frau Jule. In ihrem Blog schreibt sie immer wieder über diese Schriftstellerin und als ich im Untergeschoss der Buchhandlung vor dem Biographienregal stand und Astrid Lindgrens Gesicht sah, musste ich direkt nachschauen, ob Jule eines der vorrätigen Bücher empfohlen hätte. Hatte sie, hier. Also durften die Kriegstagebücher mit und ich bin sehr begeistert. Woran das liegt, erzähle ich euch ausführlicher, wenn ich es durchgelesen habe.

Allerdings habe ich nicht nur Bücher gelesen, sondern unter anderem auch diesen Artikel in The Guardian zu feministischer Science Fiction. Was das sein soll und warum vielleicht gerade dieses Genre fruchtbar für Feminismus sein kann?
Feminist – or let’s say gender-questioning – science fiction asks insistently, through careful construction of different societies, how much of what we think now, today, in generic western culture about men and women is innate in the human species and how much is just invented. And if we’ve invented it then could we, for better or worse, invent it differently?
Zur Illustration dieser These werden verschiedene Titel vorgestellt, unter anderem Margaret Atwoods Dystopie The Handmaid's Tale. Darin wird mit Verweis auf islamistischen Terror geputscht und Frauenrechte Stück für Stück beschnitten - um den "Fortbestand der Nation zu sichern". So zusammengefasst klingt das viel zu aktuell und viel zu nah für mich - und als würde mich dieses Buch sehr traurig und wütend zurücklassen. Auf meiner Leseliste steht es nun trotzdem.


Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Artikel dank der Facebook-Seite der wunderprächtigen Berliner Buchhandlung Otherland für Science Fiction, Fantasy und Horror. Wenn ihr dort mal in der Nähe seid und euch wenigstens rudimentär für diese Genres interessiert: ein Besuch lohnt sich, der Laden und auch seine Veranstaltungen sind klasse. 

Wo ich geistig schon in der großen Stadt war, habe ich gestern Abend auch noch ein Interview mit der liebsten und hier erwähnten Unterwäsche-Designerin Sabrina Dortmund von Tight Laced gelesen, in dem sie unter anderem erzählt, wie sie sich bemüht, in ihrer Arbeit Feminismus und Body Diversity umzusetzen.

Jetzt werde ich mich erst einmal wieder mit einem meiner neuen Bücher einkugeln und mehr über Weltkriegsjahre in Schweden erfahren. Falls der Himmel später wieder aufklart, mache ich vielleicht noch einen langen Spaziergang.

Habt ein schönes Wochenende!

Freitag, 31. März 2017

März - Flaute

Das erste Viertel von 2017 ist schon rum und auch im März will ich wieder anhand des Musters von Mondkunst dokumentieren, was werkeltechnisch passiert ist. Es war nicht viel, so viel kann ich schon mal verraten.

Für mich selbst gewerkelt im März:
Nein. Und das liegt nicht etwa daran, dass ich mit dem Kleidversuch vom Februar noch schmolle, sondern daran, dass ich insgesamt kaum zum Werkeln kam. Stattdessen habe ich meine Wochenenden samt und sonders mit lieben Menschen verbracht, lecker gegessen, Konzerte besucht und gewandert. Auch schön.

Für andere gewerkelt im März:
Tatsächlich habe ich am vergangenen Wochenende gemeinsam mit dem Lieblingsmenschen in einer Spontanaktion eine Handyhülle genäht. Zugegeben: Die meiste Arbeit hat er gemacht, ich saß lesenderweise daneben und habe schlaue Tipps gegeben. Zählt das trotzdem, obwohl wir nicht mal Fotos gemacht haben?

"She's Whiskey in a Teacup" von Urban Threads

Außerdem habe ich es tatsächlich geschafft, einen meiner März-Pläne in die Tat umzusetzen und die "Whiskey in a Teacup"-Stickerei zu beenden. Hurra! Der erste Arbeitsschritt des Projektes Teetassenwhiskey-Kissenhülle ist damit abgeschlossen. Als nächstes muss auf dieses Stoffstück noch eine Tassenapplikation drauf, dann kann gepatcht werden.


Angefangene Projekte:
Obwohl ich ja wahrlich nicht projektmonogam bin, habe ich es im März geschafft, nichts Neues anzufangen. Ihr merkt: An der Werkelfront ging wirklich nicht viel.

Gescheiterte Projekte:

Wer nicht werkelt, kann auch nicht scheitern!

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Ich habe tatsächlich Bücher gekauft - allerdings keine, die mit Werkeleien in Zusammenhang stünden. Zeigen werde ich sie euch bei Gelegenheit dennoch.

Stoff gekauft:
Auch hier: nichts.


Stoff vernäht:
0,07m² sind in die oben erwähnte Handyhülle geflossen.

Material verarbeitet:
Außer dem Stoff (und entsprechendem Nähgarn) ist nichts weiteres verarbeitet worden.

Pläne für den April:
Ich würde gerne die Applikation für die Whiskey-Teetasse machen - und die erwähnte Kissenhülle daraus machen. Das Quilttop und das angefangene Kleid aus den März-Plänenliegen ebenfalls noch unverändert da... Mal sehen, ob der April mehr Werkelfreude und -zeit bringt!

Samstag, 25. März 2017

[Samstagstee] mit Podcast

Guten Morgen, ihr Lieben!

Auch an diesem ersten Frühlingssamstag lasse ich mich wieder bei Andrea nieder, um ein bisschen mit euch zu plauschen.
Diese Woche habe ich mich einige Male sehr gefreut - am Dienstag zum Beispiel über den Frühlingsanfang und das passende Google-Doodle. Die Mäusehöhle ist so niedlich! Besonders gut hat mir natürlich gefallen, dass das Mäuschen Stickrahmen an der Wand hängen hat. Ist euch das auch aufgefallen?
Niedliche Mäusehöhlen-Dekoration bei Google. // So cute! There is embroidery hanging on the wall!
Passend dazu konnte ich auch meine eigene Stickerei zum Whiskey in der Teetasse konnte ich endlich abschließen. Da saß ich nun doch einige Wochen dran - zwischendurch sogar beim Friseur, wo ich anhand diesen Stücks einer aufgrund des Vormittags gerade unterbeschäftigten Angestellten zeigte, wie man stickt. ("Ich weiß, wie man häkelt. Aber was Sie da machen, sieht so toll aus. Können Sie mir das zeigen?")

Das Muster ist von Urban Threads: She's Whiskey in a Teacup
Da ich beim Sticken besonders gerne die Hörbücher zu den Zamonien-Romanen von Walter Moers höre, habe ich mich auch über diese Meldung des Autors sehr gefreut: Er arbeitet wohl fleißig an neuem Zamonien-Stoff. Ich freue mich darauf - ganz egal, was es schlussendlich sein wird.

Da es noch nicht so weit ist, höre ich bekannterweise derzeit viele Podcasts. Diese Woche bin ich auf diese Episode des kleinercast vom Anfang des Monats gestoßen. Darin berichtet die Feministin İdil Elveriş über die Situation in der Türkei - allgemein und auch konkret bezogen auf feministische Fragen.
 *Hier* findet ihr den Podcast zu Feminismus in der Türkei. // Click *here* to listen to the podcast.
Im Moment warte ich auf eine Croissantlieferung - und anschließend werde ich mit dem Lieblingsmenschen zu einer eine Buchhandlung in der Nähe marschieren, die dieses Wochenende einen Schnäppchenmarkt hat. Ich bin gespannt, ob wir da etwas brauchbares auftreiben.

Drückt uns die Daumen - und genießt euer Wochenende!

Donnerstag, 23. März 2017

[Was wir tragen, was wir sind] Stilsicher

Bei Art und Stil geht es im vierten Teil um Stilsicherheit.
Bei Art und Stil werden regelmäßig vier Fragen zum Thema Stil gestellt und beantwortet.  Hier habe ich darüber geschrieben, was ich überhaupt unter "Stil" verstehe und hier geht es darum, wie sich mein Verhältnis zu Kleidung entwickelt hat. Hier geht es darum, wem wir so (aufgrund der Kleidung) hinterherschauen.

Was findest Du schön?
Ich finde es schwierig, das allgemeingültig festzuschreiben. Zum einen hat sich das in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben - andere Selbstwahrnehmung, andere Sehgewohnheiten. Um hier ein kleidungsfernes Beispiel zu bringen: Ich fand früher lange Haare fantastisch - je länger desto besser, an Menschen jeglichen Geschlechts. Heute mag ich rasierte Köpfe, ebenfalls an Menschen jeglichen Geschlechts.
Zum anderen hängt meine Wahrnehmung von Schönheit sehr mit der Stimmigkeit des Gesamteindrucks zusammen. Ist ein meiner Meinung nach grandioses Kleidungsstück mit etwas kombiniert, das ich für eine Scheußlichkeit sondergleichen halte, schmälert das meine Begeisterung. Fühlt sich eine Person in ihrer Kleidung erkennbar unwohl, wirkt diese auch nicht mehr schön.

Um die Frage nicht nur mit Geschwurbel zu beantworten: Mein entsprechendes Pinterest-Board verrät, was ich derzeit schön finde - schnörkellose Zipfelligkeot, Kapuzen und Assymetrie stehen gerade ganz hoch im Kurs. Und natürlich alles in schwarz.



Was findest Du hässlich?
Sneaker.
Es gibt eine Menge Kleidungsstücke, bei denen ich bereit bin, im konkreten Einzelfall abzuwägen, ob es an der Person, in der Kombination mit sonstigen Kleidungstücken vielleicht doch möglicherweise... Aber Sneaker gefallen mir nie. Besonders hässlich finde ich sie zu Röcken.
Dieser ästhetischen Ablehung ungeachtet glaube ich aber gerne, dass Sneaker bequem sind und damit hochgradig praktisch, wenn man beispielsweise den ganzen Tag über sehr viel geht. So wie Jogginghosen beispielsweise unheimlich bequem und damit praktisch zum Herumgemütlichen sind. Jogginghosen sind üblicherweise auch keine Ausgeburt der Schönheit. Ich halte Schönheit daher bei weitem nicht für die einzige Daseinsberechtigung für Kleidung.

Kannst Du meistens gut einschätzen, ob du tatsächlich anziehen wirst, was du kaufst? Weißt du vorher, woran du es erkennst?
Mittlerweile kann ich sagen: meistens schon. Das liegt zum einen daran, wie ich einkaufe. Es kommt nur selten vor, dass ich ziellos durch die Läden bummele und überraschend auf ein Teil stoße, das mich so verzaubert, dass ich es einfach kaufen muss. Stattdessen stelle ich üblicherweise einen Mangel in meinem Kleiderschrank fest und ziehe los, um ihn zu beheben. ("Es ist viel zu warm! Ich brauche ein zeltförmiges Kleid, das nicht an mir klebt! Jetzt sofort!")
Etwas anders sieht es aus, wenn ich in Schweden bin und die von mir bereits häufiger gepriesenen 2nd Hand-Läden aufsuche. Dort stürme ich zu den Ständern mit schwarzen Klamotten und halte nahezu alles einmal hoch. Mit gefährlich wankenden Textilbergen entschwinde ich dann in Richtung Umkleidekabine. Fehlkäufe passieren aber auch dort trotz der famosen Auswahl eher selten, weil ich schon vor dem Kauf darüber nachdenke, womit ich das kombinieren könnte. Was nicht kombinierbar ist, bleibt da. Wofür ich keinerlei Tragegelegenheiten habe, ebenfalls.

Wenn du dich im Spiegel siehst, bevor du das Haus verlässt, und versuchst, dich selbst von außen zu betrachten, wie ist diese «andere Person»?
Zumindest optisch weiß sie, was sie will: Sie mag kein Chichi und bevorzugt klare Linien. Da dürfen kantige Zipfel sein, aber keine rüschigen Volants. Farb- und Motivwahl der Kleidung legen nahe, dass ihr Musikgeschmack viel mit lauten Gitarren und ähnlichem Lärm zu tun hat (und in sich trotzdem vollkommen inkonsistent ist, wenn man die Patches auf der Kutte zuordnen kann). Zusammen mit den kurzen Haaren wirkt das oft etwas burschikos, schätze ich. Sie ist insofern nostalgisch veranlagt, dass sie andauernd denselben Schmuck trägt, der in erster Linie aus Erinnerungsstücken besteht.
Insgesamt sieht sie wahrscheinlich an guten Tagen aus wie jemand, der obige Pinnwand angelegt hat, aber trotzdem die Kollegen nicht allzu sehr irritieren möchte.

In this part of her style challenge, Nico asked about what we like and dislike and if we always knew whether the clothes we buy will be worn. 
My pinterest board shows pretty well what I like: witchy futuristic gothic stuff with hoods and tails. I dislike sporty stuff like sneakers or jogging pants for unsporty activities - but they are comfortable and so they've got their right to exist.
As I think about my needs and they ways to combine clothes before I buy them, I usually don't buy stuff I won't wear. 
Nico also wanted to know what we see in the mirror when we try to see ourselves as another person. I do see someone who pins to said pinterest board but a bit toned down because of work.

Samstag, 18. März 2017

[Samstagstee] mit einer Portion Erniedlichung

Schwedischer Schwarztee leistet mir heute Morgen Gesellschaft. // Swedish tea for breakfast.
Diesen Samstagsplausch bei Andrea kann ich ein wenig länger genießen als den letzten - um diese Uhrzeit war ich letzte Woche ja schon längst im Zug nach München. Dieses Wochenende verbringe ich in Stuttgart und freue mich über diese Ruheinsel nach mehreren Wochen mit Besuchen bei mir oder woanders. Gemütliches Teetrinken gehört dazu - in diesem Fall ist es ein fruchtig aromatisierter Schwarztee, den ich mir mal in Stockholm gefunden habe. Ich bin ja begeisterte Tee- und Postkartenkäuferin, wenn ich im Urlaub bin, das sind die besten Souvenirs für mich. Habt ihr typische Souvenirs, die ihr immer und immer wieder mitbringt?

Damit mir vor lauter Teetrinken und Ausruhen nicht zu langweilig wird, kommt heute Nachmittag meine Mutter vorbei - wir wollen gemeinsam meine Steuererklärung machen. Und natürlich was Leckeres futtern. Bevor es soweit ist, muss ich meine Wohnung aber noch in einen muttertauglichen Zustand versetzen.Ihr seht schon, auf meiner Ruheinsel wird's nicht langweilig werden.

Ein bisschen Zeit habe ich natürlich auch in dieser Woche im Internet verbracht: Die Heute Show vom 10.3. enthielt unter anderem diesen zauberhaften Beitrag von und mit Nico Semsrott zum Thema Fanatismus und alternative Fakten - der auch noch sehenswert ist, nachdem die neue Folge schon erschienen ist:


Wer sich jetzt etwas niedergeschlagen fühlt, braucht eventuell seine tägliche Dosis Erniedlichung. Der Rest von euch braucht sie auch. Trust me.

Habt ein wunderschönes Wochenende, ihr Lieben!

Mittwoch, 15. März 2017

10 Frühlingsfakten

Let there be flowers! Diese Schuhe besitze ich (leider) schon seit Jahren nicht mehr. // Flowers! Flowers everywhere!
Die liebe Astrid sammmelt hier bis Ende März Frühlingsfakten. Da der Frühling meine allerliebste Jahreszeit ist, habe ich mir gleich ein paar Gedanken dazu gemacht.
  • Es irritiert mich vollkommen, wenn mit meine Mitmenschen Ende Februar mitteilen, sie wollten jetzt endlich Sommer haben, es werde schließlich Zeit. Vor der Tagundnachtgleiche Ende März rechne ich nicht einmal mit ernstzunehmendem Frühling.
  • Nichtsdestotrotz trage ich seit Anfang des Monats bei Wochenendspaziergängen meine Kutte statt des Anoraks. Dieser Unvernunft verdanke ich vermutlich meine neueste Erkältung.
Meine Kutte darf endlich wieder an die frische Luft! // In spring, I'm wearing my battlevest whenever possible.
  • An meiner sonstigen Garderobe ändert sich erst mal nicht viel offensichtliches: ob ich eine oder zwei Strumpfhosenschichten zu kurzen Röcken trage, sieht man nämlich nicht. 
  • Für diese Ansammlung von Schneeglöckchen lag ich beinahe auf dem matschigen Waldweg. Ich bin mir sicher, dass spontan des Weges kommende Spazierende hätten feststellen können, was ich so "drunter" trage (da es sich aber um oben erwähnte blickdichte Strumpfhosen handelte, wäre es auch reichlich egal). 
Die ersten Blumen verzücken mich jedes Jahr aufs Neue. // Is there something better than the first flowers of the year?
  • Mittlerweile weckt mich morgens wieder die Sonne und ich komme viel besser auf die Beine als im Winter - ich bin davon überzeugt, für Winterschlaf gemacht zu sein!
  • Ich bin auch den ganzen Winter über zu Fuß ins Büro gegangen, aber erst jetzt macht dieser halbstündige Spaziergang morgens und abends erst wieder richtig Spaß. 
  • Überhaupt habe ich jetzt wieder viel mehr Lust auf Spaziergänge. Und Picknicks. Und Cafébesuche, bei denen man draußen sitzt.
  • Beim Anblick von Weidenkätzchen bin ich kürzlich in totale Begeisterung verfallen. Es kostet mich immer einiges an Selbstbeherrschung, mich nicht durch den ganzen Baum zu kuscheln. 
Ich liebe Weidenkätzchen schon seit ich denken kann. //Oh, the fluffiness!
  • Im Vorfrühlingsfreudentaumel habe ich schon das erste Grilldate mit Freunden ausgemacht. Allerdings erst für Ende April, in der Hoffnung, dass es da dann tatsächlich warm genug ist, um draußen zu sitzen.
  • Wenn es nur nach mir ginge, könnte es das ganze Jahr über Frühling sein.

Sonntag, 12. März 2017

[7 Sachen] mit Konzert

Puh, bin ich müde! Vor einer Stunde bin ich nach einem großartigen und anstrengenden Wochenende mit meiner besten Freundin zurückgekommen - und nach einer Idee von Frau Liebe sieben Bilder davon mitgebracht, die bei den 7 Sachen verlinkt sind. Diverse benutzte Taschentücher, das verrate ich euch gleich, sind nicht im Bild, obwohl ich die Erkältung hin und auch wieder zurück gebracht habe.
 
Auf der Zugfahrt nach München habe ich gestickt. Immer noch pinke Schrift von Urban Threads. Ich hoffe,
sie langweilt euch noch nicht? // Embroidering in the train, still the same pink lettern. I hope, you're not too bored yet.
Im Olympiapark die Nichte der Besten herumgeschoben und sie bespaßt. Tolles Kind! //Spontaneous babysitting in the park.
Kontrastprogramm ein paar Stunden später: Pommesgabel schwenken. Im Bild zu sehen sind fremde Referenzhände. //
Having fun at the concert.

Nachdem meine letzten Konzerte in Stuttgart eher lame waren, waren Trivium sehr, sehr geil. Ich habe schon lange keine Band mehr so viel Spaß auf der Bühne haben sehen. Und das Münchner Publikum geht deutlich mehr ab als das Stuttgarter.

Zwischendurch ein Bier gehalten. Das Bobbelige ist mein Schal, den ich um die Hüfte gebunden hatte. Die Garderobe war überfüllt. //
Holding my beer, wearing my scarf around the hips as there was no room to put it otherwise.
Heute viel zu früh wieder im Zug gesessen und in der Libertine gelesen. // Reading the Libertine.

Beim Heimkommen eine wunderschöne Postkarte aus Litauen aus dem Briefkasten geholt. //
I got a new postcard from Lithuania via postcrossing.com

Noch schnell ein paar Vitamine vor dem Schlafengehen: Himbeer-Bananen-Reismilch. // Getting some much needed vitamines.
Wie euer Wochenende so war, werde ich morgen dann nachlesen, mir fallen die Augen zu. Startet alle gut in die neue Woche und genießt jeden Sonnenstrahl, den ihr ergattern könnt.

How was your weekend? I spent mine in Munich with my best friend, where we attended a Trivium concert. It was awesome as the band really seemed to have lots of fun on the stage, something that I haven't seen in a while. As great as the concert was, as tired I am now. Have a great start into the new year. I wish you at least one thing to make you smile every day.

Samstag, 11. März 2017

[Samstagstee] im Zug

Samstags gehe ich nicht ohne meinen Tee aus dem Haus. // Not leaving the house today without some tea.
Guten Morgen, ihr Lieben!

Hui, diese Woche ist nur so an mir vorbei gerauscht. So viele Entwürfe schlummern in meiner Postliste, nichts davon hat es zum fertigen Beitrag geschafft. Weder Weltfrauentag, noch Keltenmuseum, weder Astrids Frühlingsfaktensammlung noch der vergangenen Samstag angedachte Blick in mein Bücherregal haben es zur Vollendung geschafft. Schuld daran war hauptsächlich eine beginnende Erkältung, die meine Formulierungskapazitäten bis zum Abend immer vollkommen ruiniert haben.

Immerhin: Im Internet surfen ging wenigstens ein bisschen. Frau Jules Post über Feminismus, Geschlechterkonstruktionen und Pussy Hats habe ich besonders  gerne gelesen. Dass beim Me Made Mittwoch pünktlich zum Weltfrauentag ebenfalls einige pinke Mützen auftauchten, hat mich auch sehr gefreut. Als Grund, warum diese pink sind, wird üblicherweise angegeben, dass diese heute allgemein mit "Schwäche" oder gar "dümmliche Tussi" assoziierte Frage zurückerobert werden soll. Spannend fand ich in diesem Zusammenhang einen Kommentar beim Me Made Mittwoch von Bine, der einen historischen Bogen schlug:
Zu Rosa als "klassische Mädchen/ Frauenfarbe" habe ich vor einiger Zeit in der SZ etwas gelesen: Früher war Rosa eine "männliche" Farbe, da es für Blut und Kampf steht. Kampf passt ja umso mehr, wenn man an den Pussy Hat als das Symbol denkt, das für den Kampf für die Gleichberechtigung steht :).
Ebenso schön fand ich aber auch den Ansatz, den Frau Jule vergangenen Sonntag zum besten gab und der für entschiedene Pink-Ablehnende interessant sein könnte: 
und wegen des strickprojektes: ich hatte zwischendurch auch lilatöne in der hand, ich glaube das wäre auch eine feine variante. auf der aktuellen emma ist madonna mit einem modell in schwarz abgelichtet. geht alles. all colours are beautiful heißt es ja so schön.
Eher traurig als schön, aber nichtsdestotrotz spannend zu lesen, ist Astrids Biographie zu Clara Rilke-Westhoff. Mich ärgerte nicht zuletzt, dass man als große Frau bis heute gefragt wird, wie man denn Partner fände, die groß genug seien - als sei Körpergröße die einzig relevante Eigenschaft eines Mannes und/oder schwieriger zu finden, als beispielsweise ein kompatibler Geschmack in Sachen Musik, Filme und Freizeitgestaltung, zueinander passende Zukunftspläne - oder wonach auch immer einen sonst an potenziellen Parter*innen auswählt.

Das Thema Nachhaltigkeit brachte Ari mit ihrem Post zu Slipeinlagen aus Stoff ins Spiel. Sehr spannend, finde ich - und zumindest für mich auch eine Überlegung wert. Noch ein Thema für einen Post, den ich hier hoffentlich irgendwann präsentieren kann.

Vorher verbringe ich aber noch einige Zeit im Zug, unterwegs zu einem gemütlichen Wochenende mit meiner Besten. Eine gewisse, hier erwähnte Eichhörnchenwinzigkeit muss endlich an das Hörnchen gebracht werden! Unterwegs werde ich sticken - und die Zeit nutzen, um bei Andrea zu schauen, was ich so in den letzten Tagen getrieben habt.

Habt ein wundervolles Wochenende!

Hey there! I hope you had an awesome week with lots of fun and deep thoughts.Unfortunately, the blogs I read this week were mostly German, so the only link I can offer you is to Ari's post about sustainable menstruation products. Have a great weekend!

Samstag, 4. März 2017

[Samstagstee] mit Netzfunden

Guten Morgen, ihr Lieben! // Good morning, folks!
Es ist schon wieder zwei Wochen her, dass ich samstags mit euch plauschen konnte, ich bemerke leichte Entzugserscheinungen.

Diese Woche ist wieder einmal irrsinnig schnell vorbei gegangen; gefühlt war gerade noch Montag. Das liegt auch daran, dass ich gerade ein langes Wochenende an der Seite des Lieblingsmenschen verbringe - und deswegen seit spätestens Dienstag aufgeregt wie ein Gummiball auf und ab hüpfe. Zwischen den Hopsern war ich viel im Internet unterwegs und habe dort das eine oder andere aufgesammelt:

Für diejenigen unter euch, die in ihrem Leben eine gewisse pinke Kopfbedeckung mit Öhrchen vermissen, Frau Crafteln eine anfängertaugliche Anleitung für einen genähten Pussyhat gepostet. Wer lieber strickt, sei auf ihren diesbezüglichen Strickpost verwiesen.

Ein bisschen verliebt habe ich mich in diesen Post von Busy Mockingbird, in dem sie über's Sticken schreibt und ihre Sticknadel als "tiny magic wand" bezeichnet. Wer die Welt von Harry Potter mag, wird ihre kleinen Kunstwerke lieben.

Dieser Text über Anhänger von Milo Yiannopoulos, bis vor kurzem leitender Redakteur bei Breitbart News, ist zwar ziemlich lang, lohnt sich aber für einen Einblick in die Trump-Anhängerschaft und für den einen oder anderen verdammt guten Satz: In der Politik, schreibt Laurie Penny, "there are no non-player characters". Recht hat sie, was mein Bedürfnis nach einem Pussyhat noch verstärkt, siehe oben.

Wer lieber hört als liest, möchte ich diese Episode des Seamwork-Podcasts ans Herz legen. Sie ist zwar schon etwas älter, aber dadurch nicht weniger aktuell. Bloggerin Marie von A Stitching Odyssey erzählt darin, wie ihre Partnerin sich ihr gegenüber als trans geoutet hat und wie ihr die Nähblogger-Community half, mit dieser Veränderung in ihrem Leben umzugehen.

Diesen Podcast findet ihr *hier*. // Click *here* to listen to this podcast.

Um oben erwähnte Entzugserscheinungen zu kompensieren, schubse ich diesen Post nun schnell zu Andrea. Bei euch allen lesen und kommentieren kann ich erst am Montag, denn der Lieblingsmensch wartet darauf, dass wir endlich aufbrechen. Zum Keltenmuseum soll es heute gehen, ich bin gespannt - und werde berichten!

Habt alle ein wunderschönes Wochenende!

Hey there, how was your week? Mine was pretty busy but I still found time to collect at least three gems for you: a post about the magic of embroidery, an article about young supporters of Milo Yiannopoulos and a podcast episode about a blogger whose partner came out as trans - and how the sewing blogger community helped her to come to terms with the changes. 
Have a great weekend!

Freitag, 3. März 2017

[3 of a Kind] you might not know about me

Bei sas.verse werden monatlich zu wechselnden Themen jeweils drei Dinge gesammelt. Im März sollen es drei Dinge sein, die ihr vielleicht noch nicht über mich wisst.

Über vier Jahre habe ich an diesem Quilt genäht. // My first quilt took me more than four years to finish.
 Mein grün-weißes Monster, der erste Hexagon-Quilt aus meiner Hand, ist nur entstanden, weil ich ein paar grüne und weiße Hexagone von einer Buchhülle übrig hatte. Es muss ein Moment des Größenwahns gewesen sein, als ich beschloss, daraus einfach eine riesige Tagesdecke zu nähen. Aber ich bin ziemlich dankbar dafür, denn ich kuschle mich jeden Abend darunter und liebe ihn von Herzen.

Ich bin Linkshänderin. Das kann ziemlich undankbar sein, wenn man Werkeltechniken lernen möchte und sie nur mit der "falschen" Hand gezeigt bekommt. Meiner Mutter muss ich zugute halten, dass sie wirklich versucht hat, mir zu zeigen, wie man mit links häkelt - als Rechtshänderin ist sie allerdings daran gescheitert. Ich häkle bis heute tatsächlich meist mit rechts und kann immer noch nicht wirklich stricken. Vielleicht liegt der Grund, warum mir andere Handarbeiten lieber sind, ja in dieser erschwerten Lernphase.

Ein Regalbrett in meinem Lieblingscafé Tasso in Berlin. // One of the shelves in my favourite café Tasso.

Wenn ich eine neue Wohnung betrete, gucke ich wenigstens unauffällig ins Bücherregal. Oft stürze ich mich aber auch sehr undezent darauf und in schlimmen Fällen verschwinde ich bis zum Ellbogen zwischen den Büchern. Bekannte Titel werden hart gefeiert. Wohnungen ohne Bücher irritieren mich, obwohl ich selbst nur eine Handvoll von ihnen in meinen Regalen habe. Langfristig träume ich aber von einer eigenen kleinen Bibliothek mit Ohrensessel und Hocker für die Füße.

Verratet ihr mir auch etwas über euch?

Sas collects three things about one topic every month. For March, she asked for stuff you might not know about me yet. So here we go...

I only started sewing my first quilt because I had some hexagons left from a much smaller project. Sounds a bit nuts, but in the end it was worth all the work as I am snuggling under the quilt right now. 

I am left-handed. This might be the reason why I never liked wooly crafts so much as my mum could only show me how to crochet and knit from the "wrong direction". I managed to do so but it never felt as natural as embroidery.

Every time I enter a new appartement, I look at the book shelves. If I see something, I've read, I'm always happy. If an appartement has no books at all, it feels weird - and it doesn't matter that I myself don't have a lot of books here, at all. (I plan to have my own little library one day.)