Samstag, 24. Juni 2017

[Samstagstee] mit bunten Netzfunden

Archivbild again, ich war diese Woche unterwegs - leider ohne Kamera.
Diese Woche war ich fortbildungsbedingt in Kulmbach, einem fränkischen Städtchen in der Nähe von Bayreuth. Die letzten fünf Tage waren richtig intensiv, ich habe ganz viel gelernt und hoffe, dass mich das alles auch längerfristig weiterbringt. Zu kurz gekommen ist dabei leider das Erkunden der Stadt - außerhalb der Biergärten, Dönerbuden und Restaurants, die ich so in Mittagspausen und an Feierabenden aufgesucht habe. Schade, denn die durch Renaissance und Barock geprägte Innenstadt ist wirklich hübsch und die Plassenburg scheint zumindest von dort aus tatsächlich einen Spaziergang wert zu sein!

Statt spazieren zu gehen, habe ich die viel zu warmen Abende zumindest teilweise im Internet verbracht und dabei einiges aufgestöbert, was ich gerne mit euch teilen möchte und zu diesem Zwecke zu Andrea schubse.

Erinnert ihr euch noch an meine Begeisterung über die kleine Google-Doodle-Maus zum Frühlingsanfang, mit den putzigen Stickereien in ihrer Wohnhöhle? Hier hatte ich darüber geschrieben. Und konnte mich am Mittwoch über eine Fortsetzung freuen: Es gab nämlich auch ein Doodle zum Sommeranfang

So niedlich! Die Google-Doodle-Sommermaus.

Karin von Grüner Nähen - Bunter Leben startet in der nächsten Woche eine Linkparty zum CSD, dem Christopher-Street-Day. Diesen Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag wird überall auf der Welt genutzt, um für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transpersonen und Intersexuellen zu demonstrieren - für Vielfalt, Toleranz und eine bunte Welt. Deswegen wird es bunt bei Karin - und ich darf am 20. Juli mit einem bereits geplanten Post als Parade-Bloggerin mit dabei sein. Wer euch noch mit ganz viel Farbe erfreuen wird, findet ihr hier heraus.

Auch mit dem nächsten Fund bleibe ich beim Thema: In seiner aktuellen Reihe "Extreme(ly Queer) Muslims" führt Dylan Marron Interviews mit Muslimen, die schwul, lesbisch oder transgender sind - um mit dem Vorurteil aufzuräumen, es handle sich dabei um einen unüberwindbaren Gegensatz. Die Teenvogue hat dafür lobende Worte gefunden und auch mir haben die drei bisherigen Episoden gut gefallen. Wer neugierig geworden ist, kann hier das erste Interview anschauen - oder in Dylan Marrons Youtube-Kanal nach weiteren Videos Ausschau halten.


Danach habe ich noch was Fieses im Kontrast: In der Online-Ausgabe der WAZ wurde am Mittwoch ein Artikel über eine geleakte WhatsApp-Unterhaltung der AfD in Sachsen-Anhalt erschienen, in der unter anderem ein Polizist "Säuberungen" in den Medien nach der "Machtübernahme" fordert. „Unschön gerade im Wahljahr, dass das veröffentlicht worden ist“, wird AfD-Landtagsabgeordneter und Bundestagskandidat Andreas Mrosek aus Dessau im Artikel zitiert. Dass das geleakt wurde, ist nicht mein Problem mit diesen Chat-Nachrichten, echt nicht.

Damit ich euch nicht mit sowas ins Wochenende entlasse, hier noch eine Idee, wie man die Welt vielleicht zu einem freundlicheren Ort machen könnte: Die HNO-Klinik in Hannover sucht  Menschen, die Lust haben, kleine Häkelschnecken zu fertigen. Die sind als Geschenk gedacht für Kinder, die ein Cochlea-Implantat bekommen. Mehr Infos und einen Link zum Anleitungs-PDF findet ihr hier.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende. Genießt es, was auch immer ihr tut!

Mittwoch, 21. Juni 2017

[Rezension] Ink


Metallisch schimmernder Einband? HervorragendeBeute für meine innere Buch-Elster!
In der vorletzten Ecke des Untergeschosses von All Amounts of Books (Soho, London), wo der Fußboden zittert, wenn die Tube darunter hindurch fährt und wo alle Bücher nur ein Pfund kosteten, schimmerte es mir aus einem Regal entgegen. Metallisch kupfern, mit stilisiertem Vogelmuster hat mich "Ink" von Alice Broadway direkt angezogen. Weil es sich um ein unkorrigiertes Rezensionsexemplar handelte, stand nicht einmal eine Inhaltsangabe hinten drauf. Trotzdem habe ich es mitgenommen und bin bereits auf der Heimreise nach Stuttgart tief in die Welt eingetaucht, die sich rund um die Hauptperson Leora entfaltet.

In der dargestellten Gesellschaft werden alle wichtigen Ereignisse im Leben der Menschen auf deren Haut tätowiert. Durch Blut, Schmerz und Tinte wird so den Mitmenschen offen gelegt, wer man ist - und das vom zweiten Tag des Lebens an. Die Tattoos sind sogar über den Tod hinaus so wichtig, dass Verstorbene gehäutet, die Tattoos zu einem Buch gebunden und in der Familie durch die Generationen weitergereicht werden. So bewahrt man die Ahnen vor dem Vergessen - dem schlimmsten, was mit einem Menschen geschehen könnte. Entsprechend ist die Verbrennung des eigenen Hautbuchs die höchste Strafe überhaupt, zu der ein Mensch verurteilt werden kann.
Die Körperkunst ist so zentral für das Selbstverständnis, dass untätowierten Menschen Hass entgegen schlägt: Ihre Weigerung, ihr Selbst nach außen zu kehren, wird als potenziell kriminell motivierte Heimlichtuerei empfunden - und mit einer Gewalt bekämpft, die noch vor Leoras Geburt in Zwangsumsiedlungen (und vermutlich weit Schlimmerem) mündete. Dieser Hass wird zum Zeitpunkt der Erzählung von einem neuen Präsidenten erneut geschürt, dessen Agenda mit "Make Tattoos great again!" gut beschrieben wäre.

In dieser Gesellschaft sucht Leora mit 16 Jahren gerade ihren Platz, als sie erfährt, dass ausgerechnet ihr kürzlich verstorbener Vater "vergessen" werden, das Buch aus seiner Haut also verbrannt werden soll. Das stellt ihr Leben komplett auf den Kopf und lässt sie an allem zweifeln, was sie bisher für selbstverständlich gehalten hat.

So ein hübsches Buch kann ich unter keinen Umständen liegen lassen. Erst recht nicht, wenn es nur ein Pfund kostet.

Nachdenklich ist Leora, ein bisschen grüblerisch. Ein Mädchen, das lieber hinter Büchern verschwindet, als mit Klassenkameraden Party zu machen. Mit einer mir aus meiner eigenen Pubertät durchaus vertrauten Akribie untersucht sie die neuesten Dehnungsstreifen und würde ihren Körper lieber verstecken als ihn der Welt so offenherzig zu präsentieren, wie es üblich ist. Meinem jugendlichen Ich hätte Leora eine ziemlich gute Identifikationsfläche geboten.

Trotzdem war ich am Ende nicht rundum beglückt und das liegt nicht nur daran, dass ich mittlerweile älter bin und meine Dehnungsstreifen längst als vorhanden akzeptiert habe. Besonders gestört hat mich, dass im ersten Teil des Buches Schlussfolgerungen für meinen Geschmack nur sehr langsam gezogen werden - Puzzleteile werden ausgeworfen und liegen dann gefühlt ewig direkt nebeneinander, ohne offiziell zusammengesetzt zu werden. Irgendwann verkehrt sich dieses Tempo dann auch noch ins Gegenteil. Im letzten Viertel des Buches findet eine derart massive Charakterentwicklung statt, die ich einem so nachdenklichen Charakter wie Leora in einer so kurzen Zeitspanne schlicht nicht abnehme. Allerdings muss ich an dieser Stelle der Autorin auch zugestehen: Es ist ihr erster Roman - da kann und muss man noch nicht alles richtig machen, finde ich.
Rein persönlicher Geschmack ist die Sprache. Diese war mir etwas zu schlicht, zu wenig poetisch. Mich hat sie entfernt an "Hunger Games" erinnert, das mich nicht zuletzt aufgrund des sprachlichen Stils nicht überzeugt hatte (weshalb ich nur den ersten Band kenne).

Überhaupt hat sich mir der Vergleich zur ebenfalls dystopischen "Hunger Games"-Reihe von Suzanne Collins aufgedrängt. "Ink" ist allerdings (zumindest im ersten Band) trotz aller abgeschälter Haut und latent faschistoider Gesellschaft wesentlich unblutiger, zarter in der Darstellung von direkter Gewalt. Und obwohl in beiden Fällen viel über Kleidung gesprochen wird - die Klamotten in "Ink" sind nicht so pompös. Was deutlich stärker herausgearbeitet wird und was mir unheimlich gut gefallen hat, sind die Folklore und die Darstellung der Gesellschaftsordnung von Leoras Welt. Diese Aspekte hatten mir bei den "Hunger Games" massiv gefehlt, denn ich lege sehr viel Wert darauf, einiges über die dargestellte Welt zu erfahren. Dass diese in "Ink" so intensiv erfahrbar gemacht wird, ist auch der Grund, warum ich die folgenden beiden Bände vermutlich lesen werde - und sie Fans von "Hunger Games", dystopischen Jugendromanen und Tattoos durchaus ans Herz legen möchte.

Samstag, 17. Juni 2017

[Samstagstee] mit Netzfunden

Archivbild again: Dieses Mal aufgrund Internetausfalls.
Guten Morgen, ihr Lieben!
Mich hat diese Woche ein schweres Los ereilt, nämlich der nachhaltig aktive Ausfall des WLANs in meinem Zuhause. Deshalb schreibe ich diesen Post vorab, um euch überhaupt mit einem Lebenszeichen zu erreichen - am Handy schreibt es sich nicht ganz so angenehm.

Weil ich trotz Internetausfalls nicht so viel gewerkelt, sondern gelesen habe, müsst ihr euch heute auch noch mit fremden Stickereien begnügen. Die Vogel-Pin von Paulina Bartnik sind definitiv einen Blick wert - so naturgetreue und liebevolle Arbeiten könnte ich mir stundenlang anschauen.

Tierisch ist auch der nächste Link aus dem Jahre 2016. Ein schnuffiger Kater namens Barney hat zwanzig Jahre lang auf einem Friedhof gewohnt und dort bis zu seinem eigenen Tod Trauernden Trost gespendet. Wenn ich da an meine alte WG-Katze denke, die auch immer ankam, wenn es mir nicht gut ging und sich mit ihrem warmen, kleinen Körper um mich herumgewickelt hat, glaube ich, dass einem kaum etwas Besseres passieren kann.

Im ZEIT-Magazin fand ich einen Artikel zum Single-Dasein als Frau und fühlte mich an einen Punkt erinnert, den ich in meinen "Zehn Fakten über die Liebe" erwähnt hatte: Dass mir oft die Vorstellung begegnet, man sei als Mensch nur mit Partner eine vollständige Person. Marlene Teschner hat über diese Vorstellung aus persönlicher Sicht als Frau Ende 40 geschrieben und man hört das Augenrollen in jedem einzelnen Satz. Besonders geht ihr auf den Keks, dass diese Unvollständigkeit offenbar besonders für Frauen angenommen wird, während bei Männern viel stärker Konnotationen wie "Freiheit" und "Selbstbestimmung" im Mittelpunkt stünden. Ich geh dann nochmal nachschauen, in welchem Jahrhundert wir uns derzeit befinden...

Beim Springen von Link zu Link bin ich auf einen Artikel über Gisella Perl gestoßen, eine Gynäkologin, die im Konzentrationslager Auschwitz gezwungen war, mit Dr. Mengele zusammenzuarbeiten. Angesichts seiner tödlichen Experimente mit Schwangeren und deren ungeborenen Kindern sah sie nur einen Ausweg, um zumindest das Leben der Frauen zu retten: Abtreibungen ohne Schmerzmittel, ohne Desinfektionsmöglichkeit. Ich bin immer wieder berührt, wie viel einzelne Menschen auf sich genommen haben, um anderen (noch größeres) Leid zu ersparen - und traurig, dass nur so wenige bekannt sind.

Diese Links schicke ich nun zu Andrea und wünsche euch allen ein zauberhaftes Wochenende!

Mittwoch, 7. Juni 2017

[3 of a kind] I am slightly obsessed with

Im Juni will Sas etwas über die größten Obsessionen unseres Lebens wissen. Da musste ich wirklich nicht lange darüber nachdenken...
(Feministische) Stickerei ist eine ganz aktuelle Obsession. Mehr zu diesem Monsterchen findet ihr hier.
Meinem Instagram-Feed sieht man sehr genau an, wofür ich mich interessiere. Zwei der besonders herausstechenden Bereiche sind Stickerei und Feminismus - mit Überschneidungen zwischen beidem. Diese Überschneidungen haben mir erst so richtig gezeigt, wie viel politisches Potenzial in meinem scheinbar rein dekorativen Hobby steckt. Von den vielen stickenden Feministinnen möchte ich euch drei zeigen, die meinen Feed ganz besonders bereichern: fembroidery, Brinn Jones, Needle and Bitch.

Eine liebe Nähkromantin hat mir wundervolle Ohrringe gebastelt - passend zum ersten Lieblingsfandom.
Harry Potter war das erste Fandom, das mich so richtig erwischt hat. Davor gab es natürlich auch Bücher, die ich mochte, aber ich wollte noch nie so unbedingt in einem leben - Briefe mit Eulen verschicken, in der Winkelgasse umherbummeln und einen eigenen Zauberstab besitzen. Bei keinem anderen Fandom habe ich zuvor Fanfiction geschrieben oder mich anhaltend über das vollkommen dysfunktionale Mediensystem beklagt (der Regierungseinfluss ist definitiv zu groß!). In dem Moment, in dem ich dies tippe, habe ich das dringende Bedürfnis, mich an eine Fanfiction über eine junge Redakteurin beim Tagespropheten zu setzen, die entgegen der Anweisungen ihres Chefs im Zaubereiministerium recherchiert und dabei... Aber erst einmal diesen Blogpost über Obsessionen fertigstellen, nicht wahr?

Finnland - definitiv eine kleine Obsession von mir. Fragt meine armen Freund*innen.

2014 habe ich vier Monate im Südwesten Finnlands verbracht, wo die Straßenschilder finnisch und schwedisch sind, wo es nicht so viel kälter und dunkler ist als in Deutschland und wo die beste Uni-Bibliothek steht, die ich je hatte. Ich vermisse sie ebenso wie meine Flurnachbarn im Wohnheim und den Weg am Fluss, den ich immer entlang gegangen bin, um bei Lidl einzukaufen (weil Essen in finnischen Supermärkten astronomische Preise hat). Nach meiner Rückkehr habe ich etwa ein halbes Jahr lang jeden zweiten Satz mit "In Finnland..." angefangen. Es ist seitdem nur ein wenig besser geworden.

Noch mehr prächtige Obsessionen findet ihr bei Sas. Ich freue mich schon aufs Stöbern!

Samstag, 3. Juni 2017

[Samstagstee] mit Amanda Palmer

Guten Morgen! Ein Symbolbild - ich tippe dies nämlich schon am Freitagabend.
Guten Morgen, ihr Lieben!
Wenn ihr das lest, bin ich wahrscheinlich schon auf dem Sprung zum Bodensee - der Lieblingsmensch und ich nutzen das lange Wochenende nämlich, um ausgiebig gemeinsam in Zügen zu sitzen.


Am Donnerstag haben wir in München ein Konzert besucht, auf das ich mich mehr gefreut habe als auf jedes andere bisher: Amanda Palmer & The Legendary Pink Dots, die gerade mit ihrem gemeinsamen Album "I Can Spin A Rainbow" durch Europa touren. Und oh mein Gott, wie sehr blieb all diese Vorfreude hinter dem eigentlichen Konzert zurück. Es war mehr als fantastisch. So intensiv und seltsam und - herzlich. Ich liebe es ja sehr, wenn die Musizierenden miteinander und mit ihrem Publikum interagieren - und das tut Amanda. Unter Umständen mopst sie sich auch mal ein Smartphone aus dem Publikum, antwortet auf Zurufe aus dem Publikum und plaudert mit den anderen Menschen auf der Bühne. Ich habe an diversen Stellen laut gelacht, an anderen stand mir das Wasser in den Augen. Meine Gänsehaut reichte ungelogen von den Ohrläppchen bis zu den Kniekehlen. Und als sie ein Lied für ihren verstorbenen besten Freund Anthony spielte, habe ich schließlich Rotz und Wasser geheult. So darf das sein. Ganz, ganz große Konzert-Liebe und bestimmt nicht das letzte Konzert von Amanda, das ich sehen werde.

Mein Backpatch - natürlich war die Kutte mit in München.
Und heute geht es also an den Bodensee. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht, was wir dort machen werden - der Lieblingsmensch gedenkt mich zu überraschen. Ich bin sowas von gespannt und (schon wieder) voller Vorfreude. Dieses Wochenende ist bereits jetzt ein grandioses Wochenende - und genau so eines wünsche ich euch auch, ganz egal, was ihr damit anstellen mögt!

Noch mehr Glücksmomente, Wochen(end)pläne und vieles mehr findet ihr bei Andreas Samstagsplausch.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Mai - hier wird gekuschelt

Auf Mondkunst rekapitulieren Hana und Nria jeden Monat, was sie so getan haben. Auch im Mai folge ich diesem Beispiel.

Für mich selbst gewerkelt im Mai:
Im Mai habe ich insgesamt nicht so viel geschafft und für mich selbst war nichts dabei. Das finde ich aber auch nicht weiter tragisch, denn erst am Wochenende hatte ich eine zündende Idee für ein Projekt, das tatsächlich mal wieder für mich selbst ist... Stay tuned, es wird bunt - und knochig!

Snuggly Foxes von Urban Threads wurden zu einer kleinen Kissenhülle.
Für andere gewerkelt im Mai:
Der Kuchenfuchs bekam zum Dank für wundervolles Gebackenes ein kuscheliges Kissen mit - na klar! - Füchsen. Das Kissen brachte mir trotz der Hitze ein paar über den Tag verteilte Umarmungen ein.

Angefangene Projekte:
Zwei Kleinigkeiten habe ich zugeschnitten, die kann ich euch hoffentlich bald zeigen. Auch die werden nach Vollendung auf die Reise geschickt.

Gescheiterte Projekte:
Wenn ihr euch gewundert habt, warum das vielfach erwähnte Flapperdress für den Bücherball entgegen aller Pläne im Mai nicht auftaucht - ich habe es erneut in die Ecke gepfeffert. Der Stoff und ich sind weiterhin keine Freunde und nachdem auch der zweite Versuch schlicht enttäuschend war, habe ich nun keine Lust mehr darauf. Mal sehen, was ich nun stattdessen für den Ball verwende...

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Ich habe ein neues Stick-Motiv von Urban Threads gekauft. Wie gesagt, es wird knochig und regenbogenbunt. Ich weiß nur noch nicht, wann genau...

Stoff gekauft:
Ist euch aufgefallen, dass ich dieses Jahr noch keine Hexagone gepostet hatte? Der Grund: Seit Oktober (!) fehlte mir das Vlies für diesen Sternenquilt. Diesen Mangel habe ich am vergangenen Samstag im Rahmen des Nähbloggerinnen-Treffens in Stuttgart endlich beseitigt. 1,4 m² sind damit dazugekommen, werden aber hoffentlich auch zeitnah wieder verschwinden.
Vom Tauschtisch auf dem Treffen ging auch ein Rest schwarzer Wollfilz mit, dessen genaue Größe sich nur schwer ausmessen lässt. Ich behaupte mal 0,7m² könnten es sein.

Stoff vernäht:
Zugeschnitten habe ich nur 0,92m². Allerdings bin ich ausgleichenderweise auf dem Nähbloggerinnen-Treffen auch 5,6m² losgeworden. Davon war ich ziemlich begeistert, denn es ist so schade, wenn schöne Stoffe ungeliebt in einer Kiste vor sich hin vegetieren.

Material verarbeitet:
Ich habe eine gewisse Menge Schwarztee für das oben gezeigte Fuchskissen verwendet. Der Färbeeffekt hat mich sehr überzeugt.

Pläne für den Juni:
Da der Bücherball unaufhaltsam näher rückt, lautet der Plan eindeutig: Eine Entscheidung treffen, was ich trage und darauf hinarbeiten.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Werkelpläne für den Juni?

Montag, 29. Mai 2017

Komm kuscheln!

Snuggly Foxes von Urban Threads, kombiniert mit meinem liebsten Patchwork-Muster.
An einem Samstag im April habe ich angesichts einer leeren Fadenrolle beschlossen, spontan ein weiteres Stickprojekt zwischenzuschieben. Wer mir bei Instagram folgt, konnte davon auch bereits kleine Einblicke erhaschen.

Das Stickmuster ist, wie meist, von Urban Threads. Ich habe es vor längerer Zeit einmal als Freebie abgreifen können, aber bis zum 31. Mai findet noch ein shopweiter Sale statt - alle Motive zum halben Preis. Nur, falls es jetzt jemandem in den Fingerspitzen juckt. Ich für meinen Teil habe mir schon wieder ein neues Motiv gesichert...

Schlaft gut, kleine Füchse!
Weil das weiße Fuchsfell sonst untergegangen wäre, wollte ich gerne naturfarbenen Hintergrundstoff verwenden. Da ich davon nichts mehr zu Hause hatte, warf ich die Stickerei nach Vollendung kurzerhand in einen Topf starken Schwarztees. Vom Färbeergebnis bin ich ziemlich angetan! Eigentlich hatte ich anschließend geplant, auch die äußeren hellen Bereiche zu färben. Allerdings kamen mir dann ein Feiertag und spontane Ungeduld dazwischen. Zum Ausgleich habe ich mich für naturfarbenes Quilting entschieden. 

Die Schnuggelfüchse ziehen heute bei Kerstin ein, dem Kuchenfuchs und ihres Zeichens liebe Kollegin von mir. Mehr als verdient hat sie sich diese kleine Aufmerksamkeit durch regelmäßige, spektakuläre Backwerke, die sie selbstlos in der Teeküche abstellt - und liebenswerterweise "Warnmails" an Ausgewählte schickt, um sicherzugehen, dass wir auch wirklich ein Stück abbekommen. Wer nämlich zehn Minuten zu spät kommt, steht vor traurigen Krümel- und Cremeresten.

Bevor sie hoffentlich Kerstin erfreuen, schauen die kuschligen Füchse aber noch bei Gabis Linkparty für Handgesticktes vorbei und auch beim Modern Patch Monday der Modern Cologne Quilters.

Samstag, 27. Mai 2017

[Samstagstee] mit Netzfunden


Mopstass' mit aktuellem Stick-Quiltprojekt.
Hallo ihr Lieben!
An diesem Morgen bin ich schon ganz aufgekratzt, denn heute ist das Nähbloggerinnen-Treffen in Stuttgart! Daher brauche ich jetzt erst einmal eine beruhigende Tasse Tee, bevor ich mich aufmache, um Stoffe zu streicheln, natürlich nur geplante Einkäufe zu tätigen, einen Tauschtisch unter die Lupe zu nehmen und ganz, ganz viel zu plaudern. Jedenfalls, wenn mich nicht die Schüchternheit überfällt und mich stumm und kulleräugig daneben stehen lässt.

Vorher möchte ich aber für diejenigen unter euch, die heute mehr Zeit im Internet verbringen, auf ein paar Netzfunde aufmerksam machen, die ich in dieser und der vergangenen Woche an Land gezogen habe.
Den "braunen Regenbogen" fand ich sehr spannend zu hören.
Die neueste Episode des kleinercast beschäftigt sich mit Homosexuellen in der AfD - einer Partei, die ja nicht gerade dafür bekannt ist, für irgendetwas neben der biodeutschen Hetero-Familie sonderlich offen zu sein. Auf welche Art LGBT-Themen rechts interpretiert werden und welche Argumentationsmuster dabei bedient werden, wird hier in etwas über einer Stunde beleuchtet.

Für einen weiteren Blick über den deutschen Tellerrand kann ich an dieser Stelle die vierte Episode von Nancy empfehlen, in der Kathy und Tobin mit und über schwule Republikaner in den USA sprechen, über deren Selbstverständnis und Hoffnungen an die Trump-Regierung. 

Hier entlang zu Väterprivilegien und kreativen Beleidigungen.
Diese Woche gab es außerdem eine Premiere beim Lila Podcast, nämlich die erste Episode mit einem Mann. Nils Pickert ist Journalist und Aktivist bei Pinkstinks und spricht über feministische Vaterschaft und beispielsweise darüber, dass der Vatertag ja auch genutzt werden könnte, um sich intensiver mit der Familie und der Rolle als Vater auseinander zu setzen, anstatt sich mit anderen Männern zu betrinken.

Hier äußert sich die Journalistin Dunja Hayali über Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Was heißt das eigentlich für unsere Gesellschaft? Ich kleiner Audio-Junkie habe mich besonders gefreut, dass ihre Gedanken sowohl als geschrieben, als auch gesprochen vorliegen. Der WDR 3-Podcast "Das Grundgesetz geht alle an!" wird sich offenbar durch das ganze Grundgesetz arbeiten und ich glaube, da lohnt es sich, häufiger mal hinzulesen und zu -hören.

Zuguterletzt habe ich noch was Historisches für euch, einen Artikel über die sogenannten Ghost Girls. So nannte man vor hundert Jahren die Frauen, die Ziffernblätter für Uhren mit Radium bemalten. Das ließ nicht nur die Uhren, sondern auch die Frauen selbst im Dunklen leuchten - und brachte letzteren aufgrund fehlenden Arbeitsschutzes den Tod. Dass einige noch sterbenskrank die Kraft aufgebringen konnten, für die Rechte und das Leben ihrer Kolleginnen zu kämpfen, hat mich sehr beeindruckt. Achtung, da sind ein paar Fotos dabei, die die Langzeitschäden radioaktiver Strahlung zeigen.

Mit diesen Funden im Gepäck schaue ich nun noch kurz rüber bei Andrea und schaue mal, was ihr so diese Woche getan habt.

Genießt das Wochenende!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Zehn Fakten über mich und die Liebe

Auf die Liebe (und gutes Essen - was beinahe das Gleiche ist)!
Astrid sammelt im Mai Fakten über die Liebe. Beim Lesen ihres Posts ist mir ganz warm ums Herz geworden. Trotzdem ist es in der Linksammlung noch recht leer, da ist noch Platz für viel mehr Fakten. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, teilzunehmen? Bis zum 31. Mai ist noch Zeit!
  • Als ich deutlich jünger war als heute, habe ich mich diverse Male in fiktionale Charaktere verknallt. Meine Begeisterung für Iros verdanke ich einem jugendlichen Punk mit grünem Haar in einem Kinderbuch über eine besetzte Fabrik, deren punkige Bewohner gegen Umweltschweine und Hundekampfveranstalter kämpften. Das hatte ich nur einmal aus der Bücherei ausgeliehen und es ist sicher zehn Jahre her, aber ich erinnere mich immer noch an Satzfetzen.
  • So gern ich fiktionale Charaktere mag: Mit Liebesromanen kann man mich normalerweise jagen. Ziemlich weit sogar. Über "Die Frau des Zeitreisenden" (Audrey Niffenegger) und "Gut gegen Nordwind" (Daniel Glattauer) habe ich allerdings literweise Tränen vergossen und beschlossen, dass es sich dabei um Bücher handelt, ohne die ich nicht mehr leben möchte. Sie ziehen daher häufiger mit mir um, anstatt in einem Bücherregal meiner Eltern auf mich zu warten.
  • Vor einiger Zeit habe ich die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren gelesen - besonders berührt hat mich dabei ihre Liebe und ihr Mitgefühl für all die Menschen, die im Krieg ihr Leben, ihre Angehörigen oder ihr Zuhause verloren haben. Ganz unabhängig von der Nationalität schaute Astrid Lindgren einfach auf die Menschen. Von diesem Buch muss ich euch bei Gelegenheit noch mehr erzählen.
Durch ihre Kriegstagebücher ist mir Astrid Lindgren noch mehr ans Herz gewachsen.
  • Man sagt, Liebe geht durch den Magen. Für mich stimmt das definitiv. Ein zuverlässiger Weg in mein Herz führt über die Zubereitung eines guten Frühstücks. Das ist übrigens auch der einzige Weg, mich am frühen Morgen dazu zu bewegen, freiwillig das Bett zu verlassen.
  • Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick. Natürlich haben auch mir schon Menschen auf Anhieb gefallen. Aber es liegen Welten zwischen der anfänglichen Begeisterung für jemanden, die sich anfühlt als hätte ich kiloweise Brausepulver verschluckt und der ruhigen, vertrauensvollen Wärme, die mich bei längerfristiger Zuneigung erfüllt. Schön ist aber natürlich beides. 
  • Übrigens habe ich dieses aufgeregte Kribbeln nicht nur bei romantischen Begegnungen: Auch der Beginn einer Freundschaft ist bei mir erfüllt von geröteten Wangen, viel Gekicher und einer entschieden zu großen Portion "Und dann hat sie gesagt..." Falling in friendship ist definitiv ein Ding (und äußerst großartig!).

Inschrift an der Stuttgarter Grabkapelle. Über diesen schönen Ort habe ich hier mehr berichtet.

  • Es ist mir in Sachen Liebe herzlich egal, wer da eigentlich mit wem verbunden ist. Frauen mit Frauen, Frauen mit Männern, Männer mit Männern, mehr als zwei Menschen? Das ist mir alles herzlich egal, so lange alle Beteiligten sich freiwillig und aus vollem Herzen auf ihre jeweilige Konstellation einlassen. Liebe ist Liebe. Dass wir in Deutschland nach wie vor keine rechtliche Gleichstellung der homosexuellen Nicht-Ehe haben, macht mich wütend. Von Zuständen im Rest der Welt wie beispielsweise Konzentrationslagern für schwule Männer in Tschetschenien mal ganz zu schweigen.
  • Bei aller Begeisterung für die romantische Liebe: Ich bin entschieden dagegen, den Zustand als Single nur als möglichst rasch hinter sich zu bringende Übergangsphase zu sehen, die keinen Wert in sich selbst hat. Alleinstehend zu sein ist kein Mangel, der möglichst rasch behoben gehört und schon gar kein Zustand, der den eigenen Wert irgendwie einschränkt. Es macht mich traurig, wenn wundervolle Singlefreundinnen und -freunde an sich als Mensch zweifeln, weil sie keine Beziehung führen.
    Ich liebe Handarbeiten. Sowohl den Akt an sich, als auch das Endergebnis.
    • Do what you love and love what you do. So überstrapaziert dieser Spruch sein mag, so wahr ist er auch. Nun ist es den meisten Menschen nicht vergönnt, den ganzen Tag nur ihren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Beispielsweise wäscht sich mein Geschirr nicht von allein und nach Feierabend in einer langen Supermarktschlange zu stehen ist auch eher ungeil. Aber wenigstens einen Ausgleich zu haben, der einen weit weg bringt von aller Blödigkeit, ist Gold wert. In der Kombination aus Handarbeiten, Hörbuch und einer Tasse Tee  habe ich diesen Ausgleich für mich gefunden. Das beste daran? Ich kann ihn fast überall haben und in beinahe jeden Tag integrieren.
    • Handgemachte Geschenke sind nicht nur eine ziemlich logische Folge meiner Begeisterung für Handarbeiten, sondern haben auch ganz viel mit Liebe zu tun. Nicht nur, weil so viel Zeit und Arbeit drinsteckt, sondern auch, weil man so intensiv an die andere Person denkt, während mal eine Auswahl trifft. Jede Entscheidung für einen Schnitt oder ein Muster, ein Material, eine Farbe oder eine Verzierung wird an der empfangenden Person gemessen und so genau wie möglich getroffen. Bei gekauften Produkten ist mir das kaum möglich. So gerne ich selbst solche Geschenke mache, so gerne bekomme ich sie auch. 

    Und jetzt ihr! Ich freue mich darauf, von euren romantischen und anderen Lieben zu lesen!

    Sonntag, 14. Mai 2017

    [Samstagstee] am Sonntag

    Meinen Samstagstee trinke ich in dieser Woche am Sonntag. In Wirklichkeit ist es außerdem auch Kakao. Ihr merkt es wahrscheinlich daran, dass ich verhältnismäßig still bin - derzeit versucht sich immer Material für mindestens zwei Wochen in eine zu quetschen.

    Gequetscht habe ich aber natürlich auch tolle Dinge und war mit Nico von Art und Stil im Kino. Wir haben uns "Embrace - Du bist schön" angeschaut. Ich liebe es ja, Onlinebekanntschaften aus dem virtuellen in den realen Raum zu haben. Trotzdem war ich ein bisschen aufgeregt - völlig zu Unrecht natürlich. Nico ist nämlich eine ganz wunderbare (Kino-)Begleitung: offen, herzlich, eloquent und witzig. Der Film hat uns beiden insgesamt sehr gut gefallen, aber auch gleich noch viel zu quatschen gegeben. Neben all der Begeisterung für die sympathische Hauptperson und ihre tollen Interviewpartner fand ich es bedauerlich, dass Diäten als von vornherein zum Scheitern verurteilt dargestellt wurden (von Ernährungsumstellung wurde gar nicht gesprochen) und schlank sein als etwas, das nur unter größten Qualen erreichbar sei.



    Unser Zusammentreffen verdanke ich übrigens Andrea von Michou à la Mode und ihrer Blogaktion Siebenschön. Darin möchte sie mit sechs weiteren Frauen verschiedenen Aspekten von Schönheit auf die Spur kommen möchte. Nico und ich gehören dazu, außerdem Bine, Stella, Martina und Kiki. Hinter den Kulissen findet schon ganz viel Austausch statt und ich bin sehr neugierig, wohin die Reise so geht.

    Über Facebook bin ich auf ein Video von ze.tt über Laura Schwengber gestoßen, die auf Konzerten Musik in Gebärdensprache übersetzt. Fand ich super - besonders, dass sie auch Anfragen ablehnt, wenn ihr das zu dolmetschende Material zuwider ist.


    Wer wie ich einen Teil des Sonntags damit verbringt, in wüste Mittelerde-Nerderei zu verfallen, der/die könnte mit dieser interaktiven Karte unter Umständen ziemlich glücklich werden. Darin sind nämlich nicht zuletzt wichtige Ereignisse verzeichnet, was zeitlich-räumliche Einordnungen sehr erleichtert. (Und wusstet ihr eigentlich, dass Mordor nach dem Ende des Ringkriegs im Dritten Zeitalter schließlich zur Kornkammer des wiedervereinigten Königreichs wurde und Saurons befreite Sklaven regen Handel mit den Menschen in Gondor trieben? Ich find's super. Steht allerdings nicht in der Karte, muss ich gestehen.)

    Zurück in der echten Welt engagiert sich der Eishersteller Ben & Jerry's unter anderem in Deutschland für die Ehe für alle. In diesem Blogposts des Unternehmens ist ein Tool integriert, mit dem man den Bundestagsabgeordneten des eigenen Wahlkreises diesbezüglich vorformulierte Mails schreiben kann. Ich habe eventuell ein bisschen gespamt. Aus einem Interview von ZEIT online mit Mitgründer Jeff Furman geht hervor, dass dieses Engangement tiefreichende Wurzeln im Unternehmen hat. Hat noch jemand spontan Lust auf Eis?

    Auf den verschlungenen Empfehlungswegen von Bloglovin ist mir eine neue Podcast-Entdeckung zugelaufen: eigenstimmig. Dieser Podcast porträtiert in Folgen unter einer Stunde jeweils eine Frau, die sich mit Leidenschaft ihrer Aufgabe widmet, sei es ihr Beruf oder ihr Hobby. In Folge 3.9 spricht Susanne alias Frau Nahtlust. Ich werde aber bestimmt noch viele weitere Folgen hören, denn ihr wisst ja: habe ich einmal angebissen, gebe ich einen Podcast nicht so schnell her.

    Über folgendes Video zu einem vollkommen aus dem Ruder laufenden Menstruationsgespräch habe ich herzlich gelacht, obwohl es natürlich musikalisch so gar nicht meine Kragenweite ist. Aber "placenta" und "shopping center" zu reimen, fand ich schon sehr grandios.


    Jetzt muss ich mich wohl um Geschirrberge kümmern, die sich in der Küche türmen: Der Lieblingsmensch war nämlich übers Wochenende da und hat dafür gesorgt, dass ich hochanständig verköstigt wurde. Dafür hopse ich aber noch rüber zu Andrea und schaue nach, wie es anderen diese Woche ergangen ist.

    Kommt gut in die neue Woche!

    Samstag, 6. Mai 2017

    [Samstagstee] mit Netzfunden

    Guten Morgen! Ich starte mit meiner Bamberg-Tasse ins Wochenende.
    Guten Morgen, ihr Lieben!
    Na, hattet ihr eine gute Woche? Meine fand einen kleinen Höhepunkt, als ich am Mittwoch einen knallgelben Briefumschlag von Frau Jule aus meinem Briefkasten zog. Bei Instagram habe ich ihn gezeigt und mich ausgiebig gefreut. Mehr Ohrenfutter für mich! Hurra!

    Ansonsten war ich in dieser Woche wieder einmal ein bisschen mehr im Internet unterwegs und habe Netzfunde im Gepäck:

    Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin über Minimalismus unterhalten. Mit knapp 30 zieht sie für einen auf ein Jahr befristeten Vertrag quer durch die Republik. Sie wird in einem möblierten Zimmer wohnen und ihren Kram wieder einmal bei ihren Großeltern einlagern. Ich zweifelte einmal mehr daran, ob die Menschen meiner Generation Minimalismus an sich so geil finden oder ob sie nur einfach keine Möglichkeit sehen, materielles Zeug in ihrem Leben immer wieder von A nach B nach C ... mitzuschleppen. Hier ist mir noch im April der passende Artikel von jetzt.de vor die Füße gefallen. 
    *Hier* findet man die neueste Episode des Lila Podcasts.
    Im Lila Podcast ging es am 1. Mai um rechte und um wütende Frauen, Ivanka Trump und Privilegien, feministische Slogans auf Shirts, Wegwitzelung als Widerstandsform und vieles mehr. Habe ich wie üblich gerne gehört und bin dadurch dieses Mal auf den Podcast Nancy gestoßen, in den zwei junge Menschen aus den USA sich über ihre Homosexualität unterhalten. In der zweiten Episode hab ich schon geheult (übrigens vor Rührung, was nicht das schlechteste ist). Dass beide Podcastenden asiastischstämmig sind, erwähnen sie am Ende der Eröffnungsepisode, wo es sinngemäß heißt: "Ihr dachtet die ganze Zeit, wir wären weiß? Das ist euer Problem."

    Neil Gaiman hat ein Gedicht über Hass geschrieben. Hier hat  Anna Eijsbouts aus "Hate for Sale" ein animiertes Video geschaffen, das ich sehr sehenswert finde. Eine schriftliche Version des Gedichts konnte ich leider nicht finden; teilweise sind einzelne Worte scher verständlich. Aber die Message ist klar, oder?
    edit: Dank Kristin habe ich nun noch einen Link für euch - hier gibt's den Text zum Nachlesen. 

    Frau Jule hat im April politische Inhalte in DIY-Blogs gesammelt und die Sammlung Anfang der Woche veröffentlicht. Ich war mit einem eigenen Beitrag dabei und habe mich mit viel Neugier durch die der anderen Teilnehmenden geklickt. Falls es einmal eine Wiederholung gäbe, wäre ich sehr begeistert.

    Astrid sammelt im Mai persönliche Fakten über die Liebe. Beim Lesen ihres Posts wurde mir ganz warm ums Herz - vielleicht möchte die eine oder andere ja ihre Fakten auch noch beitragen? Ich würde gerne noch mehr über die Liebe lesen.

    Jetzt lese ich aber erst einmal bei Andra, wie es euch in dieser Woche so ergangen ist und schwinge mich dann hinter die Nähmaschine. Das bereits mehrfach erwähnte Flapperdress soll heute erstmals Gestalt annehmen!

    Habt ein liebevolles Wochenende!

    Mittwoch, 3. Mai 2017

    [3 of a kind] I can not live without

    Diesen Monat möchte Sas gerne wissen, ohne welche drei Dinge wir nicht leben könnten (respektive wollten). Im ersten Moment war ich versucht, darauf wahrheitsgemäß "Unterkunft. Klopapier. Kühlschrank." zu antworten, aber ein bisschen persönlicher darf es dann doch werden, deswegen steht hier auch nicht "Laptop, Smartphone, Stromanschluss".

    An diesem Punkt der Überlegung wurde es dann aber auch schon wieder schwierig. Ich habe gerne Dinge um mich, die mir gefallen, obwohl sie vielleicht keinen großen praktischen Wert haben - eine Minimalistin bin ich also ganz und gar nicht. Allerdings habe ich während meines Auslandssemesters trotzdem vier Monate lang aus einem Koffer gelebt und dabei erstaunlich wenig vermisst. Im Jahr darauf bin ich dann mehrfach umgezogen und hatte in all diesen Zwischenmiete-WGs immer nur wenig Gepäck dabei. Ein paar Gegenstände sind mir aber wichtig genug, dass ich sie in jede (Übergangs-)Wohnung mitgenommen habe:
    Mein schwedisches Eulen-Teelicht war auch in Finnland mit dabei.
    Dieses weiße Eulen-Teelicht hat mir vor Jahren eine Nähkromantin auf einem unserer Forentreffen geschenkt. Wir kannten uns bis zu diesem Abend nicht, aber sie kam mit einem kleinen Päckchen auf mich zu: "Ich musste beim Einkaufen an dich denken und habe es dir mitgebracht. Hoffentlich findest du das jetzt nicht total creepy!" Fand ich nicht. Ich war gerührt über diesen Geste, obwohl wir uns damals noch gar nicht nahestanden. Mittlerweile sehen wir uns nach Möglichkeit mindestens einmal im Jahr, obwohl sie nicht mal im selben Land wohnt.

    Meine treue Begleiterin Schuhu, auch als praktisches Reisekissen gut zu gebrauchen.
    Das ist Schuhu. Meine beste Freundin, das Hörnchen, hat sie mir vor der Abreise nach Finnland geschenkt, weil sie so flach und kompakt ist, dass man sie nicht nur gut in den Koffer packen, sondern auch als Kissen nutzen kann. Letzteres habe ich auch schon getan, beispielsweise in der ersten Zeit in Finnland, als ich noch kein Bettzeug hatte. Auch auf anderen Reisen durfte Schuhu mich schon begleiten. Und für frisch gepiercte Ohren war die Rundung auch schon mehrmals eine echte Wohltat!

    Mein handgenähtes Patchwork-Nadelkissen.
    Stellvertretend für Nähzeug zeige ich euch hier mein liebstes Nadelkissen. Wenigstens eine kleine Menge Nadel und Faden möchte ich auch immer bei mir tragen. Ich habe zum Beispiel in Finnland nur ganz wenig gestickt. Aber es war mir unheimlich wichtig, dass ich ein paar verschiedene Garnfarben und Nadeln dabei habe. Nähen ist einfach ein großer Teil von mir - selbst wenn ich es phasenweise nicht praktiziere.

    Auf welche drei Dinge möchtet ihr nicht verzichten? Ich freue mich, wenn ihr es mir in den Kommentaren oder bei Sas verratet. 

    Sonntag, 30. April 2017

    April - ab geht's!

    Auf Mondkunst rekapitulieren Hana und Nria jeden Monat, was sie so getan haben. Dieses Jahr folge ich ihrem Beispiel - auch im April. Obwohl der April insgesamt sehr stressig und anstrengend war, habe ich doch eine ganze Menge geschafft. Das hatte ich so nicht erwartet

    Für mich selbst gewerkelt im April:
    Ich habe es geschafft, das Flapperdress für den Bücherball wieder aufgenommen, das ich im Februar in die Ecke pfefferte. Weil ich einen echt ätzenden Stoff verwende, bin ich Anfang des Jahres beim ordentlichen Zuschnitt gescheitert. Zum Glück hat Constanze von Nahtzugabe hier vor Kurzem erklärt, wie man Schnitte auf schwierige Stoffe übertragen kann. Demnächst schulde ich euch da einen vernünftigen Startpost für - natürlich mit Bildern.

    Für andere gewerkelt im April:
    "She's Whiskey in a Teacup" ist nicht nur zu einem Patchwork geworden, sondern auch gequiltet. Mittendrin ist mir der pinke Faden ausgegangen.
    Gemein: Fadenspulen, die plötzlich leer sind.
    Zum Glück habe ich am Tag darauf Freunde in Gießen besucht, die auf Instagram von meinem Unglück erfahren haben und mich in den entzückenden Stoffladen "Hilde braucht Stoff" führten. Ich möchte ihn an dieser Stelle wärmstens empfehlen. Und das nicht nur, weil sie unter anderem genau die Garnfarbe da hatten, die ich brauchte. Die Website gibt einen ganz guten Eindruck, denke ich.

    Angefangene Projekte:
    Aufgrund meines zwischenzeitlichen Fadenmangels habe ich eine neue Stickerei mit kuschelnden Füchsen angefangen. Wer mir auf Instagram folgt, kennt die schon. Wer das nicht tut und auch dem Link nicht folgen möchte, muss sich ein bisschen gedulden, bis ich hier dazu komme. Denn ihr merkt es schon: Hier passiert gerade ziemlich viel auf einmal.

    Gescheiterte Projekte:

    Nö, kein Scheitern in Sicht.

    Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
    An dieser Front gab es keinen Konsum.

    Stoff gekauft:
    Ähem. Im April bin ich tatsächlich schwach geworden und habe einen halben Meter Stoff gekauft. In oben genanntem Gießener Stoffladen lag nämlich ein Ballen wunderschönen Patchworkstoffs. Im richtigen Grün. Mit Nähutensilien. Noch Fragen? Mit einem Foto kann ich momentan nicht dienen, der Stoff liegt nämlich in der Wäsche. Ich verzeichne aber ein Plus von 0,7 m² in meiner Stoffsammlung.


    Stoff vernäht:
    Damit dieses Plus ausbalanciert wird, habe ich auch ordentlich Material vernäht, beziehungsweise wenigstens zugeschnitten: Ganze 3,03 m². Vieles davon ist in "She's Whiskey in a Teacup" gelandet, ein anderer Teil im Flapperdress to be. Leider musste ich einen Teil des dafür verwendeten Stoffes auch direkt entsorgen, weil er stellenweise ziemlich fiese Flecken aufwies.

    Material verarbeitet:
    Die erste Spule pinkes Garn ist leer. Weshalb ich oben genannten Stoffladen dringend besuchen musste. In "She's Whiskey in a Teacup" stecken damit über hundert Meter pinkes Garn. Auch mal ne Hausnummer, oder?

    Pläne für den Mai:
    Das Flapperdress soll wenigstens grob genäht werden, so dass ich mit der Paillettenstickerei beginnen kann. Der Miniquilt "She's Whiskey in a Teacup" soll nach wie vor zur Kissenhülle werden. Ich bin mir da allerdings noch nicht sicher, ob er dafür vielleicht noch eine pinke Paspelumrahmung braucht...
    Ihr seht: Meine Pläne sind eigentlich in jedem Monat dieselben.

    Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Werkelpläne für den Mai?

    Freitag, 28. April 2017

    [Rezension] Strickende Möpse

    "Mopsmanns magische Wunderwolle" leuchtet bunt auf meinem Quilt.
    Hier habe ich berichtet, wie ich mich in Mopsmann verliebt habe, diesen grob skizzierten, verknautschten Kerl. Nach dem ersten wollte ich gerne auch den zweiten Band haben. Das war ein ziemlicher Krimi, weil dieses Buch verlagsseitig vergriffen ist. Ich hatte im dritten Anlauf Glück und konnte doch eines ergattern, das wohl irgendwo in einem Lager zum Vorschein kam.

    Die Handlung des zweiten Bandes schließt kurz nach dem ersten Band an: Die Schweineprinzessin ist bei Mopsmann eingezogen und drückt seinem Leben ihren Stempel auf. Soweit so schön, allerdings ist sie auch mal außer Haus und Mopsmann fällt zurück in gewohnte Grummeligkeit.
    Ein mieser Morgen für Mopsmann: Die Schweineprinzessin hat ihn mit einem Paar vollautomatischer Stricknadeln und einem Knäuel immerlanger Wolle allein daheim zurück gelassen, um an einem Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Doch der Zauberkram bringt nicht nur Spaß, sondern bewirkt auch noch wahre Wunder...
    Wie aus der Inhaltsangabe schon klar wird, schnappt sich Mopsmann die Stricknadeln und findet in seiner üblichen Grantigkeit heraus, was er damit anstellen kann. Dabei entknittert sich sein Gesicht wenigstens zeitweise. Für mich als Mopsmann-Fan natürlich ein erhebender Anblick - und als Werkeltanze umso mehr, dank bündelweise Identifikationspotenzial. Ein strickender Mops also! Im gewohnt entzückenden Zeichenstil, dessen zu- und abnehmende Farbigkeit sehr gut mit Mopsmanns Stimmung korrespondiert und dessen kleinen Details dafür sorgen, dass man auch nach mehrfachem Durchblättern noch etwas entdecken kann. Kann es denn noch besser werden?
    (Spoiler: Ich glaube nicht. Sollte aber irgendwann noch ein dritter Band erscheinen, würde ich mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.)

    Ein müder Mopsmann. Ich möchte mich dazuschnuggeln. Und das Mopsebäuchlein kraulen.
    Autor: Sebastian Meschenmoser
    Verlag: ein Imprint der Thienemann-Esslinger
    Umfang: 56 Seiten
    Preis: 9,95€

    Mittwoch, 26. April 2017

    Ohrenfutter #1: Politische Podcasts

    Frau Jule hat sich hier und hier gewünscht, dass wir ein bisschen etwas zu den politischen Dimensionen unserer aktuellen Werkelprojekten erzählen, damit dem Eindruck entgegen gewirkt wird, dass Handarbeiten per se unpolitisch seien. Hier habe ich über Aspekte der Nachhaltigkeit meines aktuellen Stick- und Patchwork-Projekts geschrieben - heute möchte ich herausstellen, was an politischen Podcasts läuft, während ich werkle. "Politisch" definiere ich dabei sehr frei als "gesellschaftlich relevante Inhalte beinhaltend", im Gegensatz zu rein persönlichen oder fiktionalen Inhalten.
     
    Lila Podcast 
    Dieser Podcast ist euch schon dann und wann bei meinen Samstagstees und den 7 Sachen begegnet, vielleicht habt ihr also auch schon mal reingehört. Die drei Journalistinnen Susanne Klingner, Katrin Rönicke und Barbara Streidl sprechen darin aus feministischer Perspektive "über aktuelle Themen, Debatten und interessante Gedanken", wie es in der Selbstbeschreibung heißt. Das kann die aktuelle deutsche und internationale Politik sein, Schönheitsideale, Frauen im Berufsleben, Fragen zum Leben mit Kindern - und dazwischen immer wieder die Frage nach Geschlechterrollen. Ihr seht schon, thematisch ist das sehr weit. Und genau darin liegt für mich der Reiz dieses Podcasts, weil man so mit ganz unterschiedlichen Themen in Kontakt kommt. Außerdem mag ich auch den persönlichen Zugang zu den Themen, der durch die subjektiven Erfahrungen der drei Frauen hinein kommt. Meine eigenen Erfahrungen führen dann und wann dazu, dass ich den dreien nicht zustimme oder dass ich noch einen Aspekt im Kopf habe, der mir in der Episode zu kurz kommt. Aber das halte ich zum einen für normal - und zum anderen habe ich auch nicht den Eindruck, dass die drei sich selbst für unfehlbar halten und ihre Antworten für die alleinseligmachenden halten. Meist stimme ich ihnen allerdings durchaus zu - und in den anderen Fällen nehme ich zumindest neue Denkanstöße mit. 
    Gelernt habe ich dank dieses Podcasts beispielsweise, dass Alice Schwarzers Porno-Definition sich vollkommen von der Definition unterscheidet, die in der Alltagswelt heute so vorherrscht - und dass eine Diskussion da reichlich unfruchtbar verläuft, wenn man sich diesen Unterschied nicht klarmacht.
    Außerdem stoße ich durch diesen Podcasts auch öfter auf spannende Bücher o. ä., die ich gerne einmal lesen würde. 
    Mittlerweile gibt es über 70 Episoden, die üblicherweise etwa eine Stunde dauern - wer sich komplett durchhören möchte, müsste also recht viel Zeit mitbringen. In den zwei Wochen, die zwischen den Episoden verstehen, lohnt es sich aber trotz oft aktueller Themen, ein bisschen im Archiv zu kramen.

    What's in your pants?
    Toby und Jörn sind langjährige Freunde. Toby ist Mitte 30 und Transmann, der noch ganz am Anfang der Transition steht - Jörn und die Zuhörer*innen sind nahezu von Anfang an mit dabei. Im Podcast berichtet Toby von Besuchen bei Ärzten und Selbsthilfegruppen,  Outingverläufen, und Hilfsmitteln, die die Erkennbarkeit als Mann steigern (sollen). Dabei machen die beiden sehr, sehr viele flache Peniswitze und lachen sich kaputt wie Fünfzehnjährige. Nur um fünf Minuten später aktuelle politische Entwicklungen zu besprechen. (wie beispielsweise die amerikanische Bathroom-Bill, Folge 4 oder die Sperrung diverser YouTube-Kanäle im LGBT-Bereich, Folge 9) - oder so andauernde Themen wie starre Geschlechterkonzepte (Folge 6). Auch persönlich sind die Zuhörer*innen ganz nah dran, wenn Toby einen neuen Binder anprobiert (ein Hilfsmittel, das Brüste plattquetscht, Folge 7) oder seine Zweifel am sofortigen Start der Hormontherapie eingesteht. Ängste und Verwirrungszustände werden sehr, sehr offen thematisiert und von den beiden erkundet. Jörn ist dabei einfühlsamer Zuhörer und Nachhaker. Ganz im Ernst? So einen Freund möchte man an seiner Seite haben, wenn es im Leben drunter und drüber geht - egal, auf welche Weise. Und Tobys Lache liebe ich auch sehr.
    Bisher sind neun Folgen veröffentlicht worden, die meist etwas über eine Stunde dauern - ihr könnt also bei 0 anfangen!

    kleinercast
    Ein weiterer feministischer Podcast, den ich sehr, sehr gerne höre und der euch hier im Blog schon das eine oder andere Mal begegnet ist. Auch hier werden vielfältige Themen besprochen, recht häufig sind Filme das Thema, aber auch die US-Wahl und der weltweite Rechtsruck waren bereits Thema.
    Ich mag besonders die Folgen, in denen Interview-Gäste auftreten - beispielsweise die türkische Feministin İdil Elveriş (Folge 15) oder die Sexualpädagogin Katja Grach aus Österreich (Folge 16). Auch hier lohnt es sich, sich im Archiv umzuschauen. Bei aktuell 16 Folgen hat man schnell diejenigen gehört, die einen besonders interessieren.


    Spiegel Online beschäftigt sich in diesem Podcast seit März einmal pro Woche mit dem Wahljahr 2017. Entdeckt habe ich ihn erst Mitte April und weil es noch nicht so wahnsinnig viele Folgen sind und diese nur kurz sind (zwischen 15 und 30 Minuten), habe ich ihn in einem Rutsch durchgehört. Die einzelnen Folgen setzen sich mit unterschiedlichen Aspekten auseinander und haben zu diesem Zweck unterschiedliche Interview-Partner. In der ersten Episode spricht Sandra Sperber mit Menschen, die von der aktuellen (Bundes-)Politik insbesondere seit der sogenannten Flüchtlingskrise unzufrieden sind. Einige Statements hatte ich tatsächlich nicht erwartet - etwa die eines Unternehmers, der kritisierte, dass eine gewisse Partei nur Klientelpolitik für Reiche mache. (Check your Vorurteile!) Auch der Schulz-Effekt, der Einfluss sozialer Netzwerke auf Wahlen und ein Vergleich Merkels bisheriger Wahlkämpfe wurden bisher besprochen. Ich bin gespannt, was da noch kommt. 

    Zur Lage der Medien
    Der Podcast von Übermedien, Medienkritiker. Vieles ist ja exklusiv für Abbonenten, aber der Podcast ist auch ohne Abbonnement hörbar. Darin diskutieren Sascha Lobo und Stefan Niggemeier über verschiedene medienspezische Themen, meist geht es um Kommunikation im Internet. Die vierte und bislang letzte Episode über Politische Korrektheit fand ich besonders hörenswert. Leider ist die schon fünf Monate alt, ich weiß also nicht, ob da noch was folgt, aber auch die noch älterend Folgen haben meiner Meinung nach immer noch Relevanz.



    Seamwork Radio
    Kein politischer Podcast in dem Sinne, aber die 13. Episode des Seamwork Radios zeigt, dass auch explizite Nähpodcasts politischen Themen aufgreifen können. Darin erzählt eine Bloggerin von der Transidentität ihrer Partnerin und der Zeit der Transition. Ehrlich gesagt habe ich die anderen Episoden (noch) nicht gehört und kann daher nicht sagen, inwieweit politische Themen darin nochmal eine Rolle spielt. Falls eine*r von euch da mehr gehört hat, mag er*sie vielleicht etwas dazu sagen?
     
    Ihr merkt schon, ich höre auch Nähspezifisches. Und außerdem auch fiktionale Podcasts. Und Fandom-Zeug. Um euch nicht komplett zu erschlagen, erzähle ich euch davon aber lieber ein anderes Mal. Weil ich mich aber über jede dieser Entdeckungen so freue, darf dieser Teil der Sammlung schon mal zu Frollein Pfau.

    Samstag, 22. April 2017

    [Samstagstee] mit leerer Fadenrolle

    Frühwerkeln mit der Mopstasse
    Guten Morgen, ihr Lieben!
    Das war eine kurze Woche, dank Feiertag. Gefühlt war sie dennoch genauso voll wie eine "normale" Woche. Trotzdem war ich auch werkelig ziemlich aktiv - am Dienstag habe ich euch gezeigt, dass  nach Monaten des Stickens sehr schnell ein Patchwork aus meiner "She's Whiskey in a Teacup"-Stickerei entstanden ist (und welche politischen Implikationen meine Stoffauswahl mit sich bringt).


    Verräter. Leere Fadenrollen kurz vor Schluss sind gemein.

    Gestern Abend habe ich dann angefangen zu quilten, bis passierte, was vermutlich alle Werkelnden da draußen kennen und hassen: Die Fadenrolle war leer. Grmpf. Natürlich hatte ich nur eine Rolle pinkes Garn gekauft und muss mir für die heutige Zugfahrt noch schnell ein neues Projekt suchen gehen. Davor schaue ich noch bei Andrea vorbei, wo auf an diesem Wochenende wieder ausgiebig geplaudert wird.

    Habt ein zauberhaftes Wochenende!

    Dienstag, 18. April 2017

    Besternter Whiskey in der Teetasse

    Der Whiskey ist nun nicht nur fertig gestickt, sondern auch besternt.
    Frau Jule hat sich hier und hier gewünscht, dass wir etwas zu den politischen Dimensionen unserer aktuellen Werkelprojekten erzählen, damit dem Eindruck entgegen gewirkt wird, dass Handarbeiten per se unpolitisch seien. Hier habe ich mich in den Kommentaren schon sehr angenehm ein bisschen darüber unterhalten - heute möchte ich am aktuellen Projekt loslegen.

    Meine "She's Whiskey in a Teacup"-Kissenhülle hat mittlerweile eine gestickte Teetasse bekommen. Eigentlich wollte ich applizieren, habe mich dann aber doch dagegen entschieden - gestickt war es schneller und für mich aufgrund größerer Erfahrung auch einfacher.
    Außerdem habe ich das geplante Sternenpatchwork in meiner geliebten English Paper Piecing-Technik ergänzt. Ich mag die Wirkung jetzt schon und freue mich darauf, wie die Quiltnähte die verschiedenen Elemente noch stärker verbinden werden.

    Was zum Henker ist daran jetzt so politisch, wollt ihr wissen?
    In diesem Post würde ich gerne mit einem Aspekt anfangen, der hier im Blog bisher eher bei Kleidung angesprochen wurde: 2nd Hand. Die verwendeten Stoffe sind nämlich ursprünglich allesamt Bettwäsche meiner Großeltern gewesen. Sie sind also mehrere Jahrzehnte alt und werden in Kissenform hoffentlich noch einmal diverse Jahre überleben.
    Das ist insofern relevant (und eine politische  Materialentscheidung), weil Baumwollherstellung alles andere als umweltfreundlich ist. Der Wasserverbrauch ist aufgrund von künstlicher Bewässerung immens, es werden unheimliche Mengen an Pestiziden eingesetzt und die Arbeitsbedingungen sind extrem fies, besonders auch für Frauen und Kinder. Beim Überfliegen dieser Informationen zum konventionellen Baumwollanbau ist mir persönlich ganz schön schwummrig geworden - auch wenn ich mir beispielsweise Quellenangaben wünschen würde, um die Infos nachverfolgen zu können. Sie gehen aber insgesamt in Richtung dessen, was ich sonst so zum Thema gelesen habe und bestärken mich daher einmal mehr darin, zunehmend 2nd Hand-Produkte im weitesten Sinne zu verwenden, aus Altem Neues zu machen und Reste aufzubrauchen, wo es eben möglich ist. Denn tatsächlich tue ich es viel zu selten und habe entschieden zu viel konventionellen, neuen Stoff im Haus.
    Achtet ihr darauf, nachhaltig produzierte Materialien zu verwenden?

    Sobald ich angefangen habe zu quilten, würde ich gerne auch noch ein bisschen über die verwendeten Farben und den Text des Projekts schreiben - und deren (feministische) Implikationen.
    Was man diesem Projekt selbst nicht ansehen kann, ist, was ich nebenher so gehört habe. Weil das auch nicht immer unpolitisch ist, möchte ich auch demnächst auch mal vorstellen, welche Podcasts hier laufen, während ich sticke und patchworke.
    Vorher schaue ich mit diesem Post noch bei den DienstagsDingen, Handmade on Tuesday und dem creadienstag vorbei und finde heraus, ob sich dort weitere politische Inhalte irgendeiner Art tummeln.

    Samstag, 15. April 2017

    [Samstagstee] mit Kloster

    Heiße Schokolade im Waffel-Café im Kloster Maulbronn - mit einem Lächeln.
    Guten Morgen, ihr Lieben!
    Na, genießt ihr euer langes Oster-Wochenende? Ich habe gestern direkt damit angefangen. Der Lieblingsmensch ist zu Besuch und wir sind direkt am Samstagmorgen in den Zug nach Pforzheim gesprungen, wo wir einen Tierpark besucht haben. Da haben wir es allerdings nicht lange ausgehalten, weil es uns deutlich zu zooartig war - teilweise sind die Gehege richtig klein und bieten den Tieren recht wenig Ausweichmöglichkeiten.
    Der Tag war also noch jung, als wir uns wieder auf den Weg gemacht haben - im Bus zurück beschlossen wir, einen Abstecher nach Maulbronn zu machen. Im dortigen Kloster sollen einer Legende nach die schwäbischen Maultaschen erfunden worden sein - als Möglichkeit, während der Fastenzeit unter dem Nudelteig Fleisch vor Gott zu verstecken. Ich persönlich halte Maultaschen für so ziemlich die großartigste Erfindung in der Geschichte der kulinarischen Erfindungen, daher musste ich ihren Geburtsort natürlich einmal sehen.
    Was für eine wunderbare Idee! Das Klostergelände ist wunderschön!



    Auf dem ausgedehnten Gelände stehen sehr viele zauberhafte Fachwerkhäuser.
    Für hungrige Menschen gibt es selbstverständlich diverse (sehr teure) Möglichkeiten, Maultaschen zu essen. Wir haben darauf verzichtet und stattdessen das (dunkle) Maulbronner Klosterbräu versucht. Sehr, sehr lecker.
    Außerdem entdeckten wir in einem Kruschtelladen voller Beton-Gargoyles und kitschiger Postkarten ein Waffel-Café. Der Lieblingsmensch und ich sind stets auf der Suche nach Waffeln, daher hat uns das sehr begeistert. Noch mehr entzückt hat uns, dass die Waffeln mit hausgemachtem Apfelkompott ebenso enorm lecker waren wie die heiße Schokolade, die ich euch eingangs gezeigt habe.

    Vor lauter Waffeln und Bier haben wir dann den letztmöglichen Zeitpunkt verpasst, eine Führung durch das Kloster zu machen. Aber das ist okay, denn so haben wir einen guten Grund, eines Tages wieder zurückzukommen.

    Was wir heute und den Rest des Wochenendes tun, weiß ich tatsächlich noch gar nicht. Aber ich bin sicher, uns fällt spontan etwas Tolles ein. Während wir überlegen, gucke ich noch bei Andrea vorbei.

    Habt noch ein schönes langes Wochenende!

    Samstag, 8. April 2017

    [Samstagstee] mit der Schönen und dem Biest

    Tee und Pfannkuchen - ich liebe Wochenendfrühstücke!
    Guten Morgen, ihr Lieben!

    Wieder einmal kann ich mich gar nicht richtig zum Plauschen niederlassen, sondern renne sozusagen nur einmal quer durch Andreas metaphorischen Raum und winke allen Plaudernden zu. Ich bin auf dem Sprung zum Bahnhof, um lieben Freunden einen Besuch abzustatten.

    Diese Woche habe ich mir mit Kolleginnen "Die Schöne und das Biest" im Kino angeschaut, obwohl ich von Haus aus kein großer Disney-Fan bin. Hauptsächlich wollte ich aber gerne Emma Watson sehen. Leider muss ich sagen, dass der Film mich eher enttäuscht hat. Das liegt zum einen daran, dass wir die deutsche Fassung gesehen haben und gerade bei Gesang die Lippenbewegungen wirklich nicht zum Text passen. Normalerweise stört mich das weniger, hier war es aber ein bisschen krass. Mir persönlich war es auch zu viel CGI - ich mag es nicht, wenn ich erkennen kann, dass die Kulissen minimalst sind. Aber das sind eher Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was mich wirklich gestört hat: die klischeegemäße Darstellung von Geschlechterrollen. Die Grundgeschichte ist da bekanntermaßen sowieso eher hmpf: Aufopferungsvolles Mädchen taut mit ihrer Liebe einen bösartigen, kaltherzigen Typen auf und rettet ihn vor dem Verderben. Damit kann ich noch umgehen, weil "liebevoll" und "aufopferungsbereit" nicht die einzigen Charaktereigenschaften von Belle sind. Ich mag, dass sie ein Bücherwurm ist und ihrem Vater beim Werkeln hilft. Die Szene, in der Belle vom Kleiderschrank ein pinkes "Prinzessinnenkostüm" übergeworfen bekommt und daraus hervorkrabbelt, um das Kostüm anschließend in Streifen gerissen für einen Fluchtversuch zu nutzen, fand ich noch ziemlich großartig. Hier kann das als Ausdruck von Selbstbestimmung gelesen werden. Ganz anders empfinde ich dagegen die Szene im Kampf ums Schloss, in der der Kleiderschrank Männer in Frauenkleider stecken und sie davon so entsetzt und beschämt sind, dass sie die Flucht ergreifen. Haha, Männer in Frauenkleidern, wie peinlich? Muss das sein? Ich finde es wirklich schlimm, dass auch 2017 "weiblich" assoziierte Dinge für Männer als Downgrade gelesen werden.
    Habt ihr den Film gesehen? Und hat er euch gefallen?

    Zum Zhema Geschlechterzuschreibungen habe ich hier einen Artikel über eine 90-Jährige gefunden, die beinahe ihr Leben lang vor der Welt verborgen hat, dass sie trans ist - und die jetzt ihr Frausein in vollen Zügen genießen kann. Ich freue mich riesig. Für sie im Speziellen und insgesamt, dass unsere Welt heute so viel freier und offener sein kann als vor einigen Jahrzehnten noch. Ich möchte, dass das so bleibt und dass es damit weitergeht, weil noch längst nicht "alles gut" ist (wie ich ja leider im Kino wieder festgestellt habe).

    Passend dazu hat Frau Jule Mitte der Woche dazu aufgerufen, mehr Politik in Handarbeitsblogs zu thematisieren. Der April wird hier daher politischer sein. Weil es mich nervt, dass Handarbeiten so oft mit "Rückzug ins biedermeierliche Private, also Unpolitische" gleichgesetzt wird. Weil Politik nicht im luftleeren Raum stattfindet und nicht vor dem "Privaten" anhält. Weil man laut Paul Watzlawik nicht nicht kommunizieren kann und deshalb auch Schweigen ein Statement ist.
    Ich bin gespannt, was bis zum Ende des Monats bei Jule zusammenkommt - und wen ich alles dort lesen werde.

    Jetzt muss ich tatsächlich flitzen. Habt alle ein wunderschönes Wochenende!